Ayn Rand und die Wahrheit über den Rassismus (Vorwurf)

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Es hat eine lange Tradition, Ayn Rand und ihre Ideen zu bekämpfen und Lügen zu verbreiten. So wird es z.B. in diesem Artikel gemacht, der auf den „Nachdenkseiten“ publiziert wurde (Neoliberalismus und Rassismus – das Beispiel Ayn Rand )

Ich beziehe mich im folgenden darauf und decke diese Lügen auf. Diese Seite gibt sich sehr professionell, mit Professoren und Fördervereinen – jedoch ist sie, zumindest was diesen Artikel betrifft, einfach nur eine weitere Propagandamaschine.

Doch jetzt gibt es ein Gegengewicht, nämlich die Autonomen Rationalisten!

Also los geht’s mit den Zitaten:

 

Der schwedische Wirtschaftswissenschaftler Lars Syll hat schon vor einiger Zeit im RWER-Blog auf eine Rede aufmerksam gemacht, in der sich Ayn Rand 1974 vor Studenten der West-Point-Militärakademie unter anderem zur Situation und Geschichte der amerikanischen Indianer äußerte. Diese Rede zeigt, dass und wie Neoliberalismus und Ausgrenzung füreinander unmittelbar anschlussfähig sind. Einige Passagen in deutscher Übersetzung:

Mit guten Gründen glaube ich selbst den mitleidlosesten Hollywood-Darstellungen von Indianern und von dem, was sie dem weißen Mann angetan haben. Sie hatten kein Recht auf ein Land nur deshalb, weil sie hier geboren waren und sich wie Wilde verhielten. Der weiße Mann hat dieses Land nicht erobert…
Da die Indianer keinen Begriff von Eigentum oder Eigentumsrechten hatten (sie hatten keine sesshaften Gesellschaften, sondern vorwiegend nomadische Stammes-„Kulturen“), hatten sie auch kein Recht auf das Land; und es hab keinen Grund für irgendjemanden, ihnen Rechte zu geben, die sie nicht erdacht hatten und die sie nicht gebrauchten…
Wofür kämpften sie denn gegen den weißen Mann auf diesem Kontinent? Für ihren Wunsch, mit einer primitiven Existenz fortzufahren, für ihr „Recht“, Teil der unberührten Erde zu bleiben – jedermann fernzuhalten, sodass sie wie Tiere oder Höhlenmenschen leben konnten. Jeder Europäer, der ein Element der Zivilisation mit sich brachte, hatte das Recht, diesen Kontinent einzunehmen; und es ist großartig, dass es manche von ihnen taten. Die rassistischen Indianer von heute – jene, die Amerika verdammen – respektieren keine individuellen Rechte.

 

Dies ist der Aufhänger des ganzen Artikels und der „eindeutige Beweis“ dafür, dass Ayn Rand eine Rassistin war, wie es in letzter Zeit immer öfter behauptet wird. Genau so wie man immer wieder verlauten lässt, dass Ayn Rand die Vordenkerin für die Politik Trump´s sei, was genau so absurd wie der Rassismusvorwurf ist.

Also, worum geht es bei dieser Aussage? Die Aussage bezieht sich auf Indianer, die sich Rechte einräumen möchten, aufgrund ihrer Rasse. So etwas verurteilt Ayn Rand genau in dieser Aussage, was sie natürlich für die „Nachdenker“ in diesem Artikel zur Rassistin macht. Logisch, oder? Nicht wirklich.

Ayn Rand geht es stets nur um individuelle Rechte. Diese zählten in diesen primitiven Stämmen nicht. Dort gibt/gab es keine individuellen Rechte, sondern es war meist ein diktatorischer Kollektivismus. Natürlich gab es unschöne Szenen damals, Abschlachtungen und Ausrottungen. Keine schöne Sache. Die gab es jedoch auf beiden Seiten. Indianer entführten oft weiße Kinder um sie als Indianerkinder großzuziehen, da ihnen oft die „Stammeskraft“ fehlte, rein personell gesehen. Und weil, wie Ayn Rand ausführt, sie keinen Begriff von „Eigentum“ hatten. Daher können sie auch kein Land für sich proklamieren. Sie verzichten darauf – rein philosophisch – weil sie es versäumen, Besitzansprüche zu stellen, die begründbar sind.

 

Denn der Kapitalismus produziert soziale Ungleichheiten, die zu seiner Selbsterhaltung Rechtfertigung brauchen. Dies gilt umso mehr für den neoliberalen Kapitalismus, der von sozialstaatlicher Sicherung und Umverteilung nichts wissen möchte“

 

Das ist die typische antikapitalistische Floskel. Eine Frage: Haben wir soziale Ungleichheiten? Mit Sicherheit. In welchen Systemen entstanden diese Ungleichheiten? Die Antwort liegt auf der Hand – in Systemen, die gerade das fördern, wogegen sich der Kapitalismus verwehrt – sozialstaatliche Sicherung und Umverteilung. Umverteilung ist Diebstahl. Eine Umverteilung sieht man gerade ganz aktuell in Deutschland, wo das Geld der Arbeiter für Flüchtlinge „umverteilt“ wird – ganz sozial eben!

 

Nicht der Markt und nicht neoliberale Politik, sondern die „kulturelle Andersartigkeit“ oder schlicht die „Faulheit“ bestimmter ethnischer Gruppen gelten dann als Ursache für Armut, Verelendung und Ausgrenzung. Gesellschaft und Wirtschaft werden so von ihrer Verantwortung entlastet; Kritik an Kapitalismus und Neoliberalismus finden nicht mehr statt. Darin unterscheiden sich AfD und Pegida nicht von Thilo Sarrazin und auch nicht von manchen Politiker(inne)n der politischen „Mitte“.

Auch Ayn Rand denkt und argumentiert in eine ähnliche Richtung“

 

Nein, weder denkt, noch argumentiert sie in eine ähnliche Richtung.

Ayn Rand verachtet kollektivistische Anschauungen, darunter fällt auch: Ethnien und Rassen als Ganzes zu betrachten, ohne die individuelle Fähigkeit festzustellen. Kritik am Kapitalismus muss nicht stattfinden, da es, erstaunlicherweise Befürworter dafür gibt. AfD und Pegida, die politische Mitte und Thilo Sarrazin haben so überhaupt nichts mit Objektivismus am Hut. Man nennt sie nur gerne in einem Zuge, was unzulässig ist.

 

Mit obigem Zitat weist sie die Verantwortung für Unterdrückung und Ausgerottet-Werden den Indianern selbst zu. Darüber hinaus spricht sie ihnen jedes Recht ab, Rechte zu haben – schlicht mit dem kulturalistischen und rassistischen Argument, kulturell rückständig (gewesen?) zu sein“

 

Auch diese Aussagen sind vollkommen falsch. Ayn Rand spricht niemandem das Recht ab. Das tun die Indianer selbst! Recht muss in Anspruch genommen werden, sonst wird man entrechtet. Doch Indianer wurden noch nicht einmal entrechtet, da sie keinen Begriff „Recht“ hatten, somit ihr Recht auch nicht verteidigen konnten. Jeder Mensch besitzt Rechte. Doch nicht „von selbst“, sondern er muss sie sich zuschreiben, ganz individuell, als Person. Aufgrund ihres Stammeskollektivismus verzichteten die Indianer auf diese Möglichkeit.

 

Doch ist Smith vom platten Rassismus einer Ayn Rand weit entfernt“

 

Abschließend wird wieder verdeutlicht, dass Ayn Rand einen platten Rassismus vertritt. Hier könnte man seitenweise gegen argumentieren. Doch verweise ich, der Einfachheit halber, auf ihr Buch „Die Tugend des Egoismus“. Dort gibt es ein Kapitel, dass sich ausschließlich dem Rassismus widmet (Kapitel 17). Und natürlich wird er dort nicht befürwortet, sondern als Rückständig angesehen, genauso wie es bei den Indianern der Fall ist, da sie Rechte von Rasse/Gemeinschaft/Ethnie ableiten wollen. Dies ist aber unzulässig, da Rechte nicht vererbt werden können, genauso wie Talente, Charaktereigenschaften usw. Dies ist wissenschaftlich klar erwiesen und hebelt dadurch rassistische Anschauungen aus, die sich genau darauf berufen.

Ayn Rand war also niemals und zu keinem Zeitpunkt eine Rassistin. Auch wenn sich solche kleinen Ausschnitte wie oben vielleicht auf den ersten Blick krass anhören, so haben sie doch eine innere Logik, die man sofort versteht, wenn man sich mit Ayn Rand auskennt und weiß, wie sie dachte, vor allem, wie sie etwas definierte. Ganz wichtig. „Recht“ bei Ayn Rand ist nicht „das Recht“, welches wir im Kopf haben. Autoren, wie der Schreiberling dieses verlinkten Artikels, beziehen sich auf Gesellschaften, Ayn Rand jedoch auf Individuen, daher greift sie auch Gesellschaften an. Alles, was in kollektivistische Verhältnisse führt, ist für Ayn Rand Gift und wird radikal abgelehnt. Dazu zählen Sozialismus, Demokratie, Kommunismus, Diktaturen, Stammeskollektive und eben auch Rassismus. In Deutschland gibt es ja auch „das Recht“ auf freie Meinungsäußerung. De facto existiert dieses Recht aber nicht. Rechte gelten nur in Bezug auf das Individuum und dort uneingeschränkt. In einem Unrechtsstaat wie Deutschland wird dies jedoch einfach übergangen.

Im Zweifelsfall einfach mal Literatur von Ayn Rand in die Hand nehmen und nicht einfach irgendwelche Textpassagen aus dem Kontext reißen und sie manipulativ darzustellen. Nach dem Artikel auf den „Nachdenkseiten“ wird man noch gebeten, Geld zu spenden für diesen tollen Journalismus. Scheiße verzapfen und sich dafür auch noch bezahlen lassen – kennt man irgendwo her, nicht wahr?

 

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Warum ich so „herzlos“ bin

Ich hoffe, dass sich einige Leser in diesem Artikel wiederfinden werden. Es geht um die Einschätzung von anderen Menschen gegenüber Menschen, die es verstehen, rational zu denken und sich strikt daran halten. Die meisten Menschen versäumen es teilweise bis gänzlich, auf ihren Verstand zurückzugreifen. Dies sind die Menschen, mit denen wir es alle in unserem Leben zu tun haben – man kann ihnen nicht ausweichen, sie sind omnipräsent.

Doch was bedeutet „herzlos“?

Ich habe dieses Prädikat schon oft erhalten. Ehrlich gesagt, mehr als oft. Bin ich wirklich ein Mann, der keinerlei Herz besitzt? Dem kann ich nicht zustimmen.

Doch warum wirke ich auf andere Menschen „herzlos“? Ganz einfach: Weil ich mich strikt weigere, irrationale Konzepte anzuerkennen.

Das Selbstbild der meisten Menschen weicht meilenweit von dem wirklichen Zustand ab. Sie leben in ihren eigenen Illusionen. Würden sie Rationalität anwenden, so würden sie es Stück für Stück aufdecken können und sich selbst besser kennenlernen. Doch sie versäumen es. Ich gebe ihnen Nachhilfeunterricht.

Und man soll mich nicht falsch verstehen: Ich zwänge mich weder auf, noch bin ich auf einer Mission. Ich bin nur „herzlos“, wenn man versucht, mir seine eigenen Illusionen zu verkaufen. Ein Beispiel aus dem Leben:

Frau X versucht mir die Vorteile der vegetarischen Ernährung bis aufs Detail zu erklären. Sie fordert mich auf, an die Tiere und an die Umwelt zu denken. „Wenn jeder vegetarisch Leben würde, dann gäbe es kein Leid mehr, also sind wir alle, jeder einzelne dazu aufgerufen, auf Fleisch zu verzichten“. Dies sagt sie mir beim Essen, während sie ein Schnitzel mit Pommes verspeist.

Wir haben es hier also mit einem äußerst irrationalen Fall zu tun. Ich weise Frau X darauf hin, dass sie sich ihr ganzes Gespräch sparen kann, wenn sie es selbst nicht umsetzt. Die Stimmung erreicht ihren Nullpunkt. „Heute ist es eine Ausnahme, sonst lebe ich vegetarisch!“ Ich sage ihr, dass sie nur dann „vegetarisch lebt“, wenn sie auch eben vegetarisch lebt. So simpel, dass es schon zu blöd ist, dies auszuführen. Am Ende des Gespräches war ich einfach nur „ignorant und herzlos“.

Fakt ist, dass es die Gesellschaft versteht, sich gegenseitig in ihren Illusionen zu bestärken. Sie ist schon so weit dem Irrationalen ausgeliefert, dass schon ein Zwang besteht, die Illusionen der Mitmenschen zu bestätigen und nicht in Frage zu stellen. Dies nennt man auch „social skills“. Ein anderes Wort für: „Lüge und komme gut an!“.

Ich bestreite nicht, dass man dadurch wirklich gut ankommt und mit seinen Mitmenschen besser auskommt. Doch zu welchem Preis? Es erfordert ein Opfer: Ich opfere meinen Verstand, meine Vernunft, meine Rationalität, meine Logik und meine Integrität. Zu diesem Opfer bin ich nicht bereit und ich verteidige diese Werte, da ich sie als richtig anerkenne, komme was wolle.

Auch solche Autoren wie Dale Carnegie, welcher mehrere „Bestseller“ geschrieben hat, befindet die Lüge für gut und bestärkt die Menschen darin, andere zu belügen und ihre Selbsttäuschungen zu unterstützen. Jeder Versicherungsverkäufer, jeder Bänker, jeder Vertreter macht dies – es bringt ihnen Vorteile. Diese Vorteile sind aber nur monetär. Und auch kein wirklicher Vorteil, da man sich hier für das Geld prostituiert – man versäumt es ganz einfach, sich zu einem integeren und ehrlichen Menschen zu entwickeln. Hier solch ein irrationales Zitat:

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Die Autonomen Rationalisten sind kein Pack von Lügnern und Schleimern. Sie wollen ehrlich durch das Leben gehen, sich auf Werte berufen und sie entwickeln. Nichts läuft dem mehr entgegen, als „ein Herz zu haben“.

Denn übersetzt heißt dies nur: „Unabhängig davon, wie irrational und falsch dein Handeln, deine Rede und dein Denken ist, bestärke ich dich darin, denn ich zeige Mitgefühl und habe Herz. Gut ist, was dir gefällt, und richtig ist, was du für richtig hältst!“

Dies ist die Nivellierung aller Werte, der „Tod Gottes“, wie es Nietzsche genannt hatte. Und ja, wir leben in einer Welt, in der „Gott tot ist“. Was eigentlich nur bedeutet, dass wir nicht mehr anerkennen möchten, dass es übergeordnete Prinzipien gibt. Rationales Denken ist solch ein übergeordnetes Prinzip, da es uns Orientierung liefert und uns vor Schaden bewahren kann. Erkennen wir dieses Prinzip nicht an, so sind wir automatisch dem Lust und Laune Prinzip ausgeliefert. Es gibt keinen Mittelweg.

Entweder werden wir ausgeliefert oder wir stellen uns ganz einfach der Realität, mit all ihren unangenehmen Konsequenzen. Auch wenn dies bedeuten sollte, dass wir „herzlos“ seien. Wir sind es nicht, und das wissen wir auch. Dies kann man nur verstehen, wenn man selbst auch rational denkt und handelt. Meine Liebe bezieht sich auf Werte. Ich liebe nicht jeden. Ich kann nicht jeden lieben, denn wenn ich dies täte, hätte das Wort keinerlei Bedeutung mehr. Wenn jemand einen Verbrecher genau so liebt, wie sein eigenes Kind, dann ist dies sein Problem, ungeachtet der Frage, wie so etwas überhaupt möglich sein kann.

 

Abschließend noch ein kurzer MGTOW Punkt:

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Wenn wir eine Beziehung mit einer Frau eingehen, so besteht in den meisten Fällen (98%) die Tatsache, dass wir es genau mit solch einem Typ Mensch zu tun haben, der gerade beschrieben wurde!!!

Frauen wollen „bedingungslos geliebt werden“. Dies bedeutet im Klartext: „Egal was ich mache und tue, du hast mich dafür zu schätzen und zu lieben!“. Dies ist so etwas wie ein Standardprogramm der Frauen. Denn sie denken, fälschlicherweise, dass sie einen Wert besitzen, einfach nur, weil sie existieren, gut aussehen oder sonst etwas. Nein. Werte werden erschaffen und dies gelingt nur, wenn man sich an rationale Prinzipien hält.

Z.b. wenn ich mir in meiner Partnerschaft Vertrauen wünsche: Ich kann mir dies nur wünschen (rational betrachtet), wenn ich ebenso bereit bin, diese Vertrauensbasis zu schützen und alles dafür mögliche zu tun, um diese Basis zu stärken und weiter auszubauen. Davon gehen auch die meisten „Blue Piller“ aus. ( Was ist die „blaue Pille“? ). Doch diese rationale Betrachtung macht keine Frau. Sie fordert, möchte aber nicht geben. Sie verletzt das Vertrauen (indem sie fremdgeht) und erwartet dann noch, dass man sie dennoch akzeptiert, da dies zeigen würde, „wie sehr man sie lieben würde“. Dies ist einfach inakzeptabel und Mann tut gut daran, wenn man sich aus solchem Irrsinn freiwillig herauszieht. Unterlässt man es, so sollte man mit den Konsequenzen rechnen. Jeder Mann wird sie, früher oder später, zu spüren bekommen.

Religion und Atheismus

Passt das zusammen?

Viele würden dies mit einem klaren „Nein“ beantworten. Denker, wie etwa Ayn Rand sprachen sich ziemlich deutlich gegen jede Art von Religion aus, und lehnten sie vollkommen ab, da sie grundsätzlich irrational seien.

Doch stimmt dies wirklich?

Meine persönliche Sicht der Dinge sieht es zu einem Teil genauso: Die meisten religiösen Konzepte sind irrational, unbeweisbar und reine Behauptungen. Doch, und dies ist wichtig – sagt dies noch nichts darüber aus, wie auch irrationale Konzepte in meinem Leben wirken können.

Kommen also Vernunft und Religion doch zusammen?

Ich meine – ja.

Denn wenn etwas, mein Leben bereichern kann und es fördert, dann ist es auch vernünftig, dies in mein Leben zu integrieren. Dies kann dann allerdings vollkommen unterschiedlich sein – dem einen hilft ein atheistisches Denksystem, dem anderen ein religiöses Denksystem.

Im Bezug auf MGTOW ist es meine Wahrnehmung, dass es vor allem Vertreter des Atheismus gibt. Diese liefern uns viele gute Erklärungen, über biologische Zusammenhänge usw.

Ich persönlich bin religiös veranlagt. Dies war ich schon immer gewesen und es bereichert mein Leben – ich finde Halt und Orientierung darin, es macht mir Freude. Dies macht mich jedoch nicht von Grund auf Irrational, was viele Menschen glauben.

Warum nicht?

Weil ich immer noch entscheiden kann, ob ich gerade auf Konzepte zurückgreife, oder auf Tatsachen.

Wenn Ayn Rand attestiert, als Prämisse: „Existenz existiert“

so ist dies zwar eine deutliche Tautologie, jedoch nicht von der Hand zu weisen. Es ist quasi die Grenze meines rationales Wissens. Diese Grenze wollte Ayn Rand ausloten. Alles darüber, etwa metaphysische Bereiche oder Himmelswelten wären irrationale Konzepte. Doch gerade diese Konzepte können mich stärken, mir helfen, in dieser Welt zu überleben und mich darin zu orientieren. Das dies oftmals nach hinten los geht, ist offensichtlich (religiöse Fanatiker und Dogmatiker). Bedeutet jedoch nicht, dass dies nicht Sinn machen kann, im Einzelfall.

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Atheismus und Religion werden stets gegeneinander ausgespielt. Entweder bist du Atheist, oder ein religiöser Mensch. Basta. Doch für einen vernünftigen Menschen ist dies viel zu eng gefasst. Zum Beispiel muss ich nicht an die Evolutionsbiologie glauben. Doch das hindert mich ja nicht daran, biologische Erkenntnisse zu akzeptieren. Auch muss ich nicht in irgendeiner Religionsgemeinschaft eingeschrieben sein, um im Inneren zu fühlen, dass es sehr wahrscheinlich ein Leben nach dem Tod gibt, oder dass es zumindest etwas wie eine „Seele“ gibt.

Der Mensch ist ganz alleine dafür zuständig, für sich zu wählen.

Seine Philosophie wird ihn gezwungenermaßen prägen.

In dieser Lage sollte man einiges ausprobieren. Was ist lebbar, was nicht? Was kann mein Leben unterstützen, was nicht?

Nur mal ein Beispiel:

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In den letzten Jahren ist ja das religiöse Konzept von „Karma“ in den Mainstream angelangt. Auch wenn es oftmals falsch verstanden wird, kann dieses Konzept doch hilfreich sein, indem es meine moralischen Beweggründe stärken kann. Wenn ich „weiß“, dass meine Handlungen irgendwann ihren gerechten Ausgleich finden, so bemühe ich mich doch, gut und positiv zu handeln. Es fördert mein Leben, es macht einen „besseren Menschen“ aus mir.

Der Gegenentwurf dazu, wären etwa die Gedankengänge des Marquis de Sade. So nach dem Motto:

Wir sind alle nur Materie, es gibt keinen Gott, keine höhere Gerechtigkeit. Wir sind nur Tiere. Und bei Tieren herrscht das Recht des Stärkeren. Also ist es als Mensch der natürliche Modus, dies auszuleben. Da meine Instinkte und Begierden in mir, von der Natur angelegt wurden, können sie nicht schlecht sein. Darum kann ich, wenn es mich zu Mord treibt, auch morden. Wenn ich gerne Minderjährige vergewaltigen möchte, dann kann ich dies tun. So lange es mir Freude bereitet, kann daran nichts falsch sein“.

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Wer Marquis de Sade noch nicht kennen sollte: Dies ist wirklich seine Überzeugung. Seine Philosophie hat er, genauso wie Ayn Rand, in Romanform gepackt. Man muss sich einfach nur den Roman „Justine“ durchlesen um zu bemerken, dass diese Gedankengänge wohl nicht das eigene Leben fördern. Klar kann man alles argumentieren und rationalisieren. Dies macht der Marquis in seinen Büchern in genialer Weise. Doch sollten wir genauso handeln?

Dies ist die eigentliche Frage:

Wie möchte ich in dieser Welt handeln, und welche Prämissen können meine Entscheidungen stärken, und welche Prämissen schwächen sie?

Darum geht es. Es geht nicht darum, Atheismus gegen Religion, Rationalität gegen Irrationalität auszuspielen. Es geht auch nicht darum, sie irgendwie zu vermischen oder zu meinen, dass es im Endeffekt egal ist, für was man sich entscheidet.

Es geht einzig und alleine darum, zu überprüfen, was diese Philosophien mit mir machen. Fördern sie mich, oder ziehen sie mich runter? Entwickele ich mich höher, oder degeneriere ich?

Die Antworten kommen nur aus einem Selbst. Es verbietet sich, für einen rationalen und vernünftigen Mensch, ein Leben „aus 2. Hand zu leben“. Da jedes Leben einzigartig ist, und jeder Mensch brauch seine persönliche Rezeptur. Diese Rezeptur ist weder in religiösen Dogmen, noch in wissenschaftlichen Berichten zu finden. Dort gibt es Zutaten. Welches Gericht wir zubereiten – bleibt uns überlassen.


Frauen wollen nehmen, aber nicht geben – das objektivistische Tauschprinzip

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Es gibt in der objektivistischen Denkrichtung nach Ayn Rand ein Prinzip für gute Beziehungen, unabhängig davon, ob es sich jetzt auf zwei Geschäftsmänner oder zwei Partner in einer Beziehung bezieht. Dieses Prinzip nennt man das „Händlerprinzip“.

Dieses Prinzip, im englischen auch „Princible of Trade“ genannt, ist eine Weiterführung des Grundgedankens, den schon Aristoteles in seiner „Nikomachische(n) Ethik“ vor gedacht hat – der Grundgedanke des Tauschprinzips.

Ganz simpel betrachtet meint dieses Prinzip, dass für eine dauerhaft funktionierende Beziehung, Werte getauscht werden müssen. Wie diese Werte auszusehen haben, bestimmen die Tauschpartner selbst. Allerdings sollten sie diese Werte auch rational bestimmen können. Das ist der Unterschied zu dem üblichen Verständnis, wie man Beziehungen zu gestalten hat.

Frauen, im Allgemeinen (was bedeutet, dass es natürlich auch Ausnahmen gibt), handeln vorzugsweise gefühls- und instinktmäßig, also letztlich irrational. Sie verlassen sich auf ihre „Intuition“. Wenn wir uns allerdings, unter dieser Voraussetzung, das Tauschprinzip (im Sinne von Ayn Rand) anschauen, dann stoßen wir auf ein Problem: Wir haben es mit einem irrationalen Tauschpartner zu tun (in einer allgemeinen Beziehung zwischen Mann und Frau, wobei sich diese Polaritäten jedoch auch genau entgegengesetzt verhalten können. Der Einfachheit halber belassen wir den irrationalen Part hier und im folgendem bei der Frau, da sie meist diesen Part spielt). Betont werden muss aber ganz deutlich an dieser Stelle, dass die Frauen (und auch Männer) dahingehend selbst Schuld sind. Denn unabhängig von dem jeweiligen Geschlecht, kann das rationale Händlerprinzip, von jedem und zu jedem Zeitpunkt, in Anspruch genommen werden – doch aus Bequemlichkeitsgründen und fehlender Notwendigkeit wird dieses in Anspruch nehmen unterlassen – und dies rächt sich, vor allem in Liebesbeziehungen!

Also wie könnte das Ganze jetzt in der Praxis aussehen? Wir versuchen es anschaulich zu machen:

Ein Beispiel:

Ben und Monika feiern Weihnachten. Ben ist schon ganz aufgeregt, wie Monika auf sein Geschenk reagieren wird. Er hat 2 Monate Recherche betrieben, um genau die Kommode ausfindig zu machen, die damals in Monikas Elternhaus stand. Diese wurde damals durch einen Wasserschaden zerstört. Doch Monika sprach unentwegt von dieser Kommode, und wie schön sie doch im Schlafzimmer aussehen würde. Also ging Ben auf die Suche und fand sie. Er bezahlte einen angemessenen Preis, musste dafür allerdings auch 350km weit fahren. Doch dafür hat er ein super Geschenk für Monika bekommen!

Als Monika das Geschenk in der Garage erblickte, war sie ganz aus dem Häuschen – ein Volltreffer! Wieder im Wohnzimmer angekommen, war Ben nun auch auf sein Geschenk gespannt. „Was hat Monika wohl für mich schönes besorgt?“. Er fragte also ganz aufgeregt danach und Monika sagte ihm, dass sie ihm das Geschenk in 5 Minuten zeigen würde. Monika verschwand im Schlafzimmer und Ben wurde immer angespannter. Hastig schaute er auf seine Uhr. Ein paar Möglichkeiten hatte er sich schon überlegt, was es sein könnte – er machte schließlich die Wochen davor immer wieder subtile Andeutungen. Auch hatte er ja besonders viele Hobbys, wie Fußball, Angeln, Schach, seine Vinyl Sammlung und seine Eisenbahn auf dem Speicher, die er jetzt bereits seit 35 Jahren besitzt. Also – an Inspirationen mangelte es nicht.

Er hörte die Tür langsam aufgehen. Er erblickte Monika. Monika zog sich in der Zwischenzeit im Schlafzimmer um, und trug jetzt nur noch Reizwäsche – die Rote mit den Rüschen, die er ja bereits kennt, da die beiden schon seit 8 Jahren verheiratet sind. Monika lachte verschmitzt. „Netter Aufzug Moni, aber wo ist mein Geschenk?“, sagte Ben. Monika schaute ihn entrüstend an. Sie sagte: „Wie, was meinst du denn mit -dein Geschenk- ICH bin doch dein Geschenk, wenn du willst, darfst du es auch gleich auspacken!“ Die Freude darüber war – naja – nicht sehr groß…

Soviel dazu. Vielleicht kennt der ein oder andere Mann ja solche „tollen Geschenke“.

Was sagt dieses Beispiel jetzt über das Händlerprinzip aus?

Nun, auf der einen Seite haben wir Ben, der sich reichlich bemüht hat, einen realen Wert zu liefern. Er geht also in Vorlage. Auf der anderen Seite haben wir Monika, die einfach überhaupt nichts getan hat, um Ben einen Wert zu liefern. Noch nicht mal die Reizwäsche hat sie neu eingekauft. Er erhält also dementsprechend auch keinen Wert.

Wo liegt da jetzt das Problem mit den Frauen? Ganz einfach: Weil Frauen, wie selbstverständlich, davon ausgehen, dass sie selbst den Wert darstellen. Da sie dies denken (weiblicher Narzissmus/weiblicher Solipsismus), ist es für sie auch vollkommen unverständlich, dass man sich darüber hinaus bemühen sollte, Werte abzuliefern. Dies betrifft auch die sogenannten „Orbiter“, Männer also, die auf „Abruf bereit stehen“. Diese bekommen auch keinen Gegenwert geliefert. Den Computer können sie wieder herrichten, die Couch aus dem 5. Stock herunter tragen oder ihr Auto verleihen – sie selbst bekommen dafür aber nicht das Geringste zurück, weder Geld, noch Sex, noch einen anderen Tauschwert. Aber diese bedauernswerten Typen sind an ihrer Lage selbst Schuld und es geschieht ihnen auch Recht, da sie genau das vertreten, was auch die jeweilige Frau vertritt – den Wert „an sich“. Sie geben dieser Frau den Wert – sie sind ja „froh“, wenn sie nur in ihrer Nähe sein können und ihr behilflich sein dürfen. Arme Typen.

Beide verbindet die Beziehung, die nicht auf rationalen Urteilen beruht und nicht nach dem aktiven Wert Ausschau hält. Man darf dies nicht falsch verstehen: Es geht hier nicht um ein Erbsenzählen, nach dem Motto: „Mein Geschenk hat 134,80€ gekostet, also muss dein Geschenk auch soviel kosten“. Es ist in dem Sinne, nicht zwingend materialistisch ausgelegt – denn einen Wert könnte für mich auch darstellen, wenn meine Frau für mich meine Lieblingslieder singt, da sie eine gute Sängerin ist. Warum? Weil diese gesungenen Lieder mein Hauptziel des Lebens, nämlich das „Glück“, oder die „eudaimonia“, unterstützen und erfüllen. Ich fühle mich glücklich, ich gelange durch diese Werte, die meine Frau mir schenkt, in einen persönlichen „state of happines“.

Es ist also essentiell, für glückliche Beziehungen, dass permanent Werte getauscht werden. Daher muss man wissen und in Erfahrung bringen, was der jeweilige Tauschpartner für Präferenzen besitzt, und welche Wertvorstellungen er besitzt. Die Frage: „Was könnte meinem Tauschpartner wertvoll sein?“ kann bei dieser Untersuchung helfen.

Das Traurige an den heutigen Beziehungen zwischen Mann und Frau ist dies: Man muss diese Werteuntersuchung sogar gar nicht mehr anstellen – man kennt den Partner, weiß über seine Vorlieben und Abneigungen Bescheid und kennt auch die Werte, die dem Partner wichtig sind (ich setze dies einfach mal Voraus!).

Warum entscheidet man sich dann nicht rational dafür, dem eigenen Partner die Werte zu liefern, die ihn in seinem Lebensglück unterstützen?

Dies sollte man sich fragen.

Für die meisten Frauen steht solch eine Frage jedoch gar nicht im Raum, da SIE ja diejenigen sind, die mit Werten überhäuft werden müssen – dies ist ein übliches Selbstverständnis, gerade von jungen Frauen, insbesondere wenn sie gut aussehen, also nach ihrer Meinung dahingehend ja „schon genug Wert abliefern“. Dies kann allerdings nur funktionieren, wenn der irrationale Mann genau dieses Selbstbild bestärkt. Und diese Männer sind, über kurz oder lang, immer die Verlierer.

Das alte Beispiel:

Was macht der irrationale Mann als Erstes, wenn er in einer Bar mit einer Frau in Kontakt treten möchte? Na?

Der Vollpfosten geht hin und sagt: „DARF ich ihnen etwas zu trinken bestellen?“

Wie kommt so etwas bei einer Frau an, die sowieso schon von sich denkt, dass ihr Männer alles in den A….. blasen müssen? Genau, dieser Trottel wird auch ausgenutzt. Dabei meint es der Mann ja nur gut (aus seiner irrationalen Sicht heraus).

Ein rationaler, maskuliner Mann, würde solch eine Frage niemals stellen. Warum? Weil die Frau noch keinen Wert abgeliefert hat, sie also noch gar keinen Tauschwert verdient. Was anderes wäre es, wenn ich mit der Frau ins Gespräch käme, sie mich gut unterhält, und ich ihr, ganz natürlich, etwas zu trinken bestelle.

Doch was ist daran jetzt genau anders? Beide Männer kaufen der Frau doch ein Getränk?

Ja – der Vollpfosten macht es aber aus einem Verständnis heraus, dass die Frau dies verdiene, einfach nur weil sie eine Frau ist. Der maskuline Mann macht es aus einem Verständnis heraus, dass er durch das Gespräch bereits sehr gut unterhalten wurde und somit der Abend für ihn einen gelungen Anfang nimmt – er greift also auf einen Wert zurück, den die Frau „abgeliefert“ hat. Im Gegenzug liefert er auch Werte, und nur einer davon ist das Getränk. Der Rest ist seine Persönlichkeit und sein Charakter, den die Frau auch unterhält. Es besteht also ein gegenseitiger Austausch, der beiden Spaß macht. Hingegen wird der Vollpfosten wahrscheinlich ein oder zwei Getränke spendieren, irgendetwas über seine Arbeit erzählen, und schlussendlich wird die Frau ganz spontan aufstehen und einfach gehen. Es fand also kein gegenseitiger Austausch statt.

Diese Annahme des Händlerprinzips kann uns helfen, destruktive Beziehungen zu erkennen und aufzudecken. Wir sind es „normalerweise“ nicht gewohnt, in solchen Werterelationen zu denken. Doch wir sollten es unbedingt tun, wenn wir konstruktive und beglückende Beziehungen führen möchten. Das Selbstverständnis einer solchen Beziehung sollte es sein, sich gegenseitig in seinen eigenen Interessen und Lebenszielen zu unterstützen – und nicht sich gegenseitig zu sabotieren, wie man dies nur all zu oft vorfindet.

Rationale Händler sehen sich als gleichwertig an (nicht das sie „gleich“ wären, sondern die Voraussetzungen für einen guten Handel sind anfangs gleichwertig). So könnte ein Großkonzern, etwa „Lidl“, eine Kooperation mit dem örtlichen Bäcker eingehen, der ihn mit Backwaren beliefert. Objektiv betrachtet sind diese zwei Unternehmen alles andere als gleich – das eine ist ein multinationales Unternehmen, und das andere ist ein 5 Mann Betrieb. Aber sie sind gleichwertig dahingehend, dass jeder den Wert abliefert, den der andere sehen möchte und auch erwartet – dies bedeutet, dass der Bäcker sein Geld pünktlich will, und für „Lidl“ bedeutet es, dass der Bäcker zuverlässig, pünktlich und insbesondere gute Ware liefert. Es besteht eine feste Absprache und diese bildet das rationale Händlerprinzip. Ökonomisch betrachtet führt uns dies im großen Rahmen zum Kapitalismus, der, entgegen der Meinung des Mainstreams, auf rationalen Prinzipien beruht. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Wichtig ist eigentlich nur zu verstehen, wie man dieses Händlerprinzip praktisch umsetzen kann – und diese Anwendung steht und fällt mit der Auswahl des Tauschpartners. Ich wiederhole es noch einmal:

Nur mit einem rationalen Tauschpartner, der sich vollkommen bewusst darüber ist, dass auch er permanent Werte abliefern muss, können solche Beziehungen fruchtbar und konstruktiv sein.

Dahingehend sollte es die Aufgabe jedes autonomen Rationalisten sein, seine eigenen Beziehungen, flächendeckend zu überprüfen, die geschäftlichen, sowie insbesondere die privaten Beziehungen. Stellen sich diese Beziehungen auf der einen Seite (die des Tauschpartners) als irrational dar, so sollten diese, über kurz oder lang, aufgelöst werden.

Je eher, desto besser – denn es sind toxische Beziehungen, giftige Beziehungen, die explodieren können, zu jeder Zeit, und an jedem Ort – und definitiv Schäden hinterlassen, physisch, psychisch oder finanziell.

Hier kann der objektivistische und individualistische Gedanke unterstützend sein, dass wir „nicht für andere Leben und diese auch nicht für uns“. Wir haben also keinerlei Verpflichtung, weder moralisch, noch ethisch, giftige und toxische Beziehungen beizubehalten. Dieser Standard gibt uns die Freiheit, ohne Gewissensbisse, negative und einseitige Beziehungen aufzulösen. Daran sollte es uns auch gelegen sein, wenn unser Ziel unser individuelles Lebensglück darstellt.

Zum Abschluss möchte ich noch auf ein Gegenargument eingehen, dass mir diesbezüglich mal angetragen wurde:

Du kannst doch gar nicht objektiv darüber entscheiden, was für diesen Mann Glück bedeutet. Vielleicht fühlt er sich ja gerade in dieser einseitigen Beziehung wohl. Es gibt ja auch Geldsklaven, die ohne Gegenwerte ihr ganzes Geld an Geldherrinnen schicken. Anscheinend scheint es sie ja glücklich zu machen, sonst würden sie dies ja gar nicht machen. Oder?“

An sich ist das Gegenargument nicht schlecht, denn es ist unbestreitbar, dass es solche Männer tatsächlich gibt. Das Ding ist aber: Diese Männer, sowie die Beziehungen, die diese unterhalten und sich darin wohl fühlen, bauen auf Irrationalität auf, vor allem auf „guten Gefühlen“ oder „Lust“.

Wir sprechen hier aber von rationalen Beziehungen unter rationalen Menschen. Das ist ein ganz anderes Kapitel. Dementsprechend wird auch „Glück“ vollkommen anders definiert. Dies bedeutet, dass ich diesem „Geldsklaven“ sein „Glück“ nicht absprechen kann, das ist richtig. Ich kann aber darauf hinweisen, dass „sein Glück“ auf Irrationalität beruht und daher, über kurz oder lang, zum Scheitern verurteilt ist. Dafür würde schon ausreichen, wenn seine „Geldherrin“ ihre Seite aus dem Internet nimmt, da sie dazu keine Lust mehr hat. Schon ist das sogenannte Glück verpafft.

Autonome Rationalisten möchten aber ein „Lebensglück“, ein Glück das aus den eigenen Tugenden und Werten entspringt, das Fundamente besitzt, die nicht umzustoßen sind.

Ein Glück also, dass aus der eigenen Persönlichkeit und Individualität entspringt und mit rationalen Mitteln abgesichert ist. Solch eine Art „Glück“ gehört einer ganz anderen Ebene an, als das temporäre, gefühlsgeladene, irrationale Glück.

Und wir sind davon überzeugt, dass wir unser Lebensglück erreichen können – wenn wir unserem Verstand folgen, an unserem Charakter arbeiten, unsere Tugenden ausbauen und Werte abliefern, von denen andere und wir selbst profitieren können. Denn dann sind wir in der Rolle eines „starken Schmieds“, der sein Glück auch . dementsprechend, nach seinen Fähigkeiten, schmieden kann. Unsere Werkzeuge sind die Vernunft und die rationale Analyse – durch diese schmieden wir – andere werden geschmiedet. Oder besser: Man (=jeder andere außer sie selbst) schmiedet für sie, da sie ja keine Werkzeuge parat haben. Das ist der Inbegriff von Abhängigkeit und führt, ganz treffsicher, zu einer „Herdenmoral“, wie sich Friedrich Nietzsche ausdrücken würde. Aber dazu in einem anderen Beitrag mehr…

Was sind „Autonome Rationalisten“?

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Der Begriff „Autonome Rationalisten“ bezeichnet Menschen, die sich dazu bekennen, für ihre Individualität und für die bewusste Anwendung der Vernunft einzutreten.

Man muss, um ein autonomer Rationalist zu sein, keinem Club beitreten, kein Geld bezahlen, keinen Schwur ablegen und kein Dogma annehmen.

Doch eines, und nur eines, sollte man klar erkennen:

Das es die Pflicht des Individuums ist, seinen Verstand und seine Vernunft zu benutzen, um sein Leben bestmöglich zu leben – was nichts anderes bedeutet, dass das Leben praktisch gelebt sein möchte, zur eigenen Bestimmung hin, die man sich selbst setzt.

Nur dieses eine Prinzip scheidet den autonomen Rationalisten von anderen Menschen. Dieses Prinzip kann sich jeder Mensch zu eigen machen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Nationalität und Hautfarbe.

Ein autonomer Rationalist ist ein Philosoph für das Leben, was bedeutet, dass es ihn dazu drängt, seine philosophischen Einsichten im Leben selbst anzuwenden. Dies unterscheidet ihn von anderen Philosophen, etwa den „Idealisten“, die lieber spekulieren möchten, anstatt praktikable Lösungen zu bieten, bzw. entstehen zu lassen. Auch stellt er damit auf natürliche Weise die Antithese zu lebensfeindlichen/lebensfremden Philosophien dar. Dazu zählen vor allem religiöse Anschauungen, die das „Wohl“ und das „Glück“ in ein transzendentes Reich verschieben und somit der Welt den Rücken kehren, bzw. sie nicht als wichtig betrachten, sondern als etwas, welches „überwunden werden muss“ (nach buddhistischem Credo).

Ein autonomer Rationalist ist der überzeugten Ansicht, dass es sich lohnt, zu leben und dass sein Leben einen Sinn hat. Diesen Sinn muss er allerdings für sich selbst erarbeiten, vor allem durch eine „trial and error“ Methodik. (Was bedeutet „Versuch und Irrtum“?)

Ein „Sinn an sich“ ist nicht gegeben – dies ist die Aufgabe des Individuums. Weder gibt es einen „göttlichen Auftrag“, noch eine „humanistische Pflicht“ die zwingend zu erfüllen wäre.

Für einen autonomen Rationalisten ist vor allem sein eigenes Lebensglück Ziel und Zweck seines Lebensweges. Dies sollte jedoch niemals zu einem plumpen Hedonismus führen, da er irrational ist und (auf Dauer gesehen) auch gegen das Leben gerichtet ist, da er die notwendigen Ressourcen des Individuums (Körper und Geist) zu schnell verschleißen lässt. Es geht vielmehr um ein tugendhaftes Leben, welches den „Genuss“ nicht zwingend mit „Glück“ gleichsetzt. Über den persönlichen Grad des Genusskonsums/Genussverzichts entscheidet jedoch letztlich jeder selbst.

Ein autonomer Rationalist ist vor allem auch Individualist, der sich nicht in der Rolle sieht, der Menschheit zu dienen und ein fremdes Ideal (etwa „Altruismus“ oder „Nächstenliebe“) zu akzeptieren und erfüllen zu wollen/müssen. Er verfolgt strikt und direkt seinen eigenen Lebensentwurf und lässt sich da nicht hinein reden – außer mit überzeugenden Argumenten. Dies ist auch der Dreh und Angelpunkt seiner persönlichen Entwicklung, die nur soweit „korrekt“ ist, bis jemand das Gegenteil beweisen kann, mithilfe von überzeugenden Argumenten und Fakten. Diesen sollte er sich ohne großes Aufheben unterwerfen, da er ansonsten seine Vernunft aufgeben würde und aus einer Irrationalität (vor allem gefühlsmäßig) an seinem bisherigen Lebensweg festhält. Somit begreift sich der autonome Rationalist auch als „stets im Wandel“ befindlich, ohne dadurch zu einem „Fähnchen im Wind“ zu werden, und ohne dadurch auf feste Prinzipien verzichten zu müssen.

Ein solches Prinzip wäre etwa: „Vernunft über Gefühl“

Falls es zu einem Konflikt in der eigenen Lebensführung kommt, so läuft dies meist auf dieses Prinzip hinaus. Dieser Kampf, Vernunft gegen Gefühl, ist der Rahmen, zwischen dem sich das menschliche Leben bewegt. Genau hier liegt die Hauptarbeit und das Hauptbetätigungsfeld eines jeden autonomen Rationalisten. Der Grundsatz lautet dahingehend:

Ein Überwiegen von Gefühlsentscheidungen führt zu einem irrationalen Leben.

Ein Überwiegen von Vernunftentscheidungen führt zu einem rationalen Leben.

Da ein irrationales Leben dem eigenen Glück und der Erfüllung untergeordneter Lebensziele stets im Wege steht, muss dieses auf Dauer minimiert werden. Ein rationales Leben steht für die Erfüllung der Lebensziele, da die Problematiken, die auftreten könnten, schon im vor hinein ausgemerzt werden.

Ein Beispiel:

Ich möchte finanzielle Sicherheit und Lebensglück erreichen (Lebensziel)

Ein Freund von mir unterbreitet mir im Café seine Idee, dass er heute Abend in ein Spielcasino geht um dort „Geld zu machen“. Werde ich mitgehen?

Hier muss eine rationale Analyse erfolgen.

Geld machen“ hat ja etwas mit meinen angestrebten Finanzen zu tun – aber doch nicht wirklich, da es mir ja an finanzieller SICHERHEIT gelegen ist. Doch was findet man, etwa beim Roullettespiel vor? Unsicherheit. Auch ist mir bekannt, dass kein Spieler auf Dauer gewinnen kann. Selbst wenn ich gewinnen würde, wäre die Gefahr zu groß, dass ich noch einmal gehen würde, denn „Einmal ist keinmal“, und bei diesem Mal könnte dann alles wieder verloren gehen und eventuell noch mehr. Aus rationaler Sicht, im Hinblick auf meinen Lebensentwurf, lautet die Antwort also „Nein“. (entstehende Probleme wurden im vor hinein ausgemerzt)

Versäume ich es jedoch, meiner Frage eine rationale Analyse hinterherzuschicken, so werde ich irrational handeln. Ich werde mir einreden, dass es sicherlich „Spaß“ machen würde, mit meinem Kumpel zocken zu gehen. Auch wenn ich das Geld verlieren würde, was soll´s? Man lebt nur einmal. Und wenn ich gewinnen würde, könnte ich meiner Freundin etwas kaufen oder in Urlaub fahren. Oder ich könnte verdoppeln, bei einem erneuten Einsatz usw.usf.

Der autonome Rationalist (oder jemand, der einer werden möchte), ist sich der Sachlage bewusst, dass wir als Menschen, fast ausschließlich irrational handeln. Dies ist der Grund, warum nur sowenig Menschen ihr Leben als erfüllend betrachten. Denn ein irrational geführtes Leben ist eigentlich ein Anti-Leben. Man meint nur, dass es dem Leben förderlich sei, weil es sich stellenweise und episodenhaft „einfach gut“ anfühlt. Doch innerhalb eines weitblickenden Lebenskonzepts verwirkt ein irrational geführtes Leben eben dieses. Doch fällt dies den meisten Menschen auch gar nicht erst auf, da sie überhaupt kein weitblickendes Lebenskonzept besitzen. Auch dieses „Fehlen eines weitblickenden Lebenskonzepts“ ist irrational, da es somit zwingend zu einem „Leben im Jetzt“ führt, was zwar gerade wieder sehr modern ist, den Menschen aber auf ein tierisches Bewusstsein degradiert.

Ein autonomer Rationalist ist kein Fatalist, denn er weiß, dass er sich Ziele setzen – und sie auch erreichen kann. Doch natürlich gibt es für ihn dahingehend auch Grenzen. Diese Grenzen hat vor allem der Stoiker Epiktet gesetzt (Epiktet „Handbüchlein der Moral“):

Einige Dinge stehen in unserer Macht, andere hingegen nicht. In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist.“

Dies dient dem autonomen Rationalist als Grundlage, um nicht einem falschen Aktionismus zu verfallen – denn letztendlich geht es um Produktivität und Ökonomie. Denn es bringt uns recht wenig, wenn wir unseren Lebensentwurf dahingehend gestalten wollen, „anerkannt“ zu werden. Das haben einige der besten Künstler und Philosophen zu ihren Lebenszeiten nicht geschafft. Viel produktiver und ökonomischer wäre es, für sein eigenes Urteil zu arbeiten, etwa in dem ich ein Buch schreibe, mit dem ICH vollkommen zufrieden bin. Dieses Glück kann mir dann keiner vermiesen oder verwehren, etwa durch Kritik oder schlechte Verkaufszahlen.

Zu guter Letzt ist sich der autonome Rationalist darüber im Klaren, dass er durch sein Vorgehen, im „Clinch mit der Welt“ steht. Seine Meinungen und Überzeugungen werden nicht populär werden und man wird sich oft gegen ihn stellen, ihn lächerlich machen, ihn mit Schmutz bewerfen oder ihn einfach nur gering schätzen. Diesen Preis ist er bereit zu zahlen. Was er dafür nämlich auf der andere Seite erhält, ist jeden Hohn und jede Verleumdung wert:

Lebensglück durch Integrität