Können Smartphones Menschen töten?

Heute geht es mal um ein heikles Thema, über das ich sonst nicht spreche. Aber hier auf dem Blog halte ich es für angebracht, meinen Lesern dies zukommen zu lassen.

 

Wer sich ein wenig mit Strahlung/Wellen/Frequenzen auskennt, der kann alles Gesagte bestätigen. Ich selbst habe mich davon schon vorsorglich abgeschirmt (indem ich kein Smartphone/Handy besitze), aber mein Umfeld sieht mir das immer noch nicht nach. Ständig heißt es: „Kauf dir mal ein Smartphone!“ oder „Warum hast du kein WhatsApp?“. Wenn ich es erklären möchte (so ähnlich wie in diesem Video) dann ernte ich nur ungläubige Blicke, bzw. wird meine Rede abgewürgt mit irrationalen Floskeln wie: „Na wenn das sooo gefährlich wäre, wie du da behauptest, dann wären die Dinger ja verboten. Und überhaupt, gestorben ist davon noch keiner!“.

Nun, gestorben wird immer und Smartphones liefern einen guten Anlass dafür. Doch keiner führt Schlüsse auf Smartphones zurück. Man weiß einfach zu wenig darüber, genau wie über die Mikrowellenherde, die in jedem Haushalt zu finden sind.

Ansonsten ist es halt eine „alte“ MGTOW Thematik – geh deinen eigenen Weg und werde von deinem Umfeld für „verrückt“ erklärt, noch weil du aus der Masse ausbrichst – und dies auch dringend tun solltest, denn die Masse geht ihrem Tode entgegen, entweder physischer oder seelischer Natur.

 

Minor-Threat-Out-of-Step_grande

Songtext der Gruppe „Minor Threat“:

 

(I)don’t smoke
I don’t drink
I don’t fuck
At least I can fucking think

I can’t keep up!
Can’t keep up!
Can’t keep up!
Out of step with the world!

(I) don’t smoke
I don’t drink
I don’t fuck
At least I can fucking think

I can’t keep up!
Can’t keep up!
Can’t keep up!
Out of step with the world!

Listen,
this is no set of rules
I’m not telling you what to do
all i’m saying, is that i’m bringing up like three things
that are like so important to the whole world,
that i don’t have to find, much importance in
because of these things, whether it’s fucking or playing golf,
i feel that…

I can’t keep up!
Can’t keep up!
Can’t keep up!
Out of step with the world!

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Kannst du – du sein? Was MGTOW für mich bedeutet

Wir Menschen sind irgendwie verrückt – jeder von uns ist einzigartig und ein unvergleichliches Individuum – und trotzdem wollen wir eigentlich nicht wir selbst sein. Wir blicken in die Zukunft, sehen uns in 5 Jahren, machen Pläne, wollen etwas verändern. Wir haben ein Zukunftsbild von uns selbst, was und vor allem wie wir es erreichen möchten.

Doch bleiben wir dabei nicht auf der Strecke?

Manche würden vielleicht sagen: „Ach weißt du, so große Ziele habe ich gar nicht, ich bin eigentlich glücklich“.

Doch – es kommt nicht auf die Größe der Ziele an, sondern lediglich, dass man diese Ziele im Auge hat, diese Idealvorstellungen. Auch wenn einer nicht Millionär werden will, so will er doch gesund und glücklich sein. Auch wenn man weiß, dass man nicht ganz bei seinem „Idealpartner“ gelandet ist und häufig streitet, möchte man doch eine harmonische Beziehung mit ihm, oder ihr haben. Wir malen uns eben die Zukunft in bunten Farben.

Doch was ist Jetzt?

Wenn wir uns in diesem Moment einmal nüchtern betrachten, so können wir stets zwei Dinge sehen: Wir sehen an uns Stärken, und wir sehen Schwächen.

Es gibt natürlich Menschen, die nur Stärken sehen, da sie meinen, dass sie gar keine Schwächen hätten, aber zu solchen Leuten spreche ich nicht. Wer ehrlich ist und nicht in einem irrationalem Narzissmus verhaftet ist, der sieht Schwächen. Doch wie sollten wir damit umgehen?

Ein Vorschlag: Akzeptanz

In unserer Leistungsgesellschaft sind wir auf Perfektion und Geltungsdrang geeicht. Wir laufen im Kreis wie die Tiere und zeigen unser buntes Federgewand jedem, der es sehen, oder auch nicht sehen möchte. Oftmals ist dieses Federgewand gar nicht natürlich, sondern wir haben mit ein paar Farbklecksen nachgeholfen. Soll heißen: Wir betrügen gern – uns und auch andere.

Nicht, dass wir es extra tun. Wir machen es, weil es jeder macht. Keiner will sich die Blöße geben. Wir alle sind stark. Manche meinen sogar, dass die Frauen das starke Geschlecht seien. Die Frau, die noch einen natürlichen Zugang zur Schwäche und Demut hat – wird zu einem Leistungsroboter umfunktioniert, zu einer Fantasiegestalt, sie wird zu „Wonderwoman“. Doch es gibt weder Wonderwoman, noch gibt es Superman.

Es gibt immer nur Individuen, die ihren Weg gehen. Manche gehen ihn in Begleitung einer ganzen Horde von Menschen (die Sozialen), oder sie gehen ihn auf eigene Faust (MGTOW). Haben wir uns dafür entschieden? Ich meine: Nein.

MGTOW´s werden vielmehr gemacht, als dass es eine freie Entscheidung wäre.

Sei es, dass man schon immer irgendwie „unsozial“ war, oder dass man durch schlechte (oder besser: reale) Erfahrungen unsozial geworden ist. Es gibt immer ein Bündniss mit unserer Erfahrungswelt und unserer Umwelt. Wir kommen da nicht heraus.

Doch natürlich gibt es solche „Patentrezepte“. Der Pick-Up Artist etwa, versucht sich durch Aneignung von „social skills“ und anderen Methoden („cocky and funny“ etc.) zu einem sozialeren Menschen zu machen, der gut ankommt und mit dem sich die Frauen gerne umgeben. Und dies funktioniert in vielen Fällen. Dann fühlt man sich großartig, man steigt auf der Leiter hinauf, hat tolle Erlebnisse und „lebt richtig“. Doch ist es das wirklich? Ich meine: „Richtig leben“?

Ich selbst bin ein sehr introvertierter und stiller Mensch, doch auch ich wollte da heraus kommen: Sozialer sein, besser mit Menschen umgehen können, sie irgendwie begeistern – und – ich gebe es zu: auch manipulieren zu können. Jeder Pick-Up Artist, der dies verneint, der lügt in meinen Augen. Doch warum hat es bei mir nicht funktioniert?

Diese Frage brauche ich gar nicht zu stellen, denn: Es hat funktioniert!

Ich hatte eine Phase in meinem Leben, indem alles perfekt lief, ohne großen Aufwand. Doch ich hatte ständig dieses bohrende Gefühl in mir, dass irgendetwas schief lief. Doch was? Ich hatte doch alles: Einen guten Job, einen großen sozialen Zirkel, viele Kontakte, hübsche und begehrenswerte Frauen. Doch was lief schief?

Ich sag´s euch: Ich war nicht ich selbst gewesen!

Ich hatte nicht den Mut, heraus zu gehen und so zu sein, wie ich bin. Ich verstellte mich permanent, trug Kleidung, die mir gar nicht wirklich gefiel (schöne Hemden, klassische Lederschuhe, Chino Pants usw.) Ich sah aus, wie das Klischee eines „Men´s Health Models“. Doch eigentlich war dies gar nicht mein Ding. Ich mag es lieber sportlich, locker, nicht so herausgeputzt, nicht immer die Haare gestylet. Doch, so würde ich nicht gut ankommen bei den Frauen, dachte ich – und – ich hatte auch Recht (tadaaa!)

Hier geht es nicht darum euch zu verklickern, dass ihr „phänomenal“ seid, so wie ihr eben seid und euch die Leute dann auch lieben werden, weil ihr ehrlich zu euch selbst seid. Denn: genau das Gegenteil ist der Fall!

Die Menschen stehen auf Stereotypen, sie wollen und lieben diese gekünselte Art, die sie aus den Zeitschriften und aus den Filmen kennen. Sie interessieren sich nicht wirklich für dich, sondern nur dafür, ob du ihren Vorstellungen entsprichst (die eigentlich gar nicht ihre wirklichen Vorstellungen sind, sondern nur Klischees, die man ihnen eingetrichtert hat). Darum laufen auch so viele genormte Menschen herum, da wir nicht gerade viele Stereotypen in unserer Gesellschaft besitzen.

Doch mir wurde irgendwann klar: Ich will kein Mensch von der Stange sein. Das will ich nicht mehr. Ich will keine Ralph Lauren Hemden und keine Bootsschuhe mehr tragen. Ich will keine Ray Ban und den neuesten Flitzer fahren. Ich will einfach nur Ich sein. Und dieses Ich war weit entfernt von dem, der ich damals war.

Also musste etwas passieren. Ich konnte so weiter machen und mir selbst was in die Tasche lügen, oder ich konnte die Notbremse ziehen und aus meinem Fake Leben aussteigen und mein echtes Leben in Angriff nehmen. Diese Entscheidung zog sich so über 2 Jahre hinweg – weil ich Angst hatte.

Angst, Freunde und Kontakte und natürlich die Frauen zu verlieren. Letztendlich überwand ich diese Angst, doch meine Befürchtungen kamen in die Realität – ich verlor wirklich nach und nach meine Freunde, meine Kontakte und die Frauen. Es wurde dann auf einmal so krass, dass ich nach noch nicht einmal einem halben Jahr komplett alleine da stand. Die paar treuen Freunde, die ich noch hatte, sind alle weggezogen. Die Frauen wollten von dem „echten Ich“ nichts wissen. Die Kontakte verblassten, da ich nicht das ganze Wochenende mehr durch irgendwelche Kneipen und Discotheken hetzen wollte. Alles in allem stand ich mit Nichts da. Und dies war hart – sehr hart. Mich überkamen Zweifel über Zweifel und ich wollte zurück in meine alte Rolle, die doch so gut funktioniert hatte. Und ich bin ehrlich: Ich versuchte es sogar.

Doch Gott sei Dank bin ich damit gescheitert. Und trotz dieser harten Phase kam ich irgendwann dort an, wo ich hin wollte: bei mir selbst.

Ich weiß, dass es da draußen vielen ähnlich geht. Und ich will keine Illusionen verbreiten. Man muss es aussprechen, so wie es ist:

Es lohnt sich immer, zu sich selbst zurück zu kehren. Es ist das, worum es im Leben eigentlich gehen soll. Es verschafft dir Freiheit und Selbstliebe, Respekt und Harmonie. Du wirst ein authentischer Mensch, ein echtes Individuum, und nicht nur ein Normmensch von der Stange.

Doch bis du dort hin kommst, warten zahlreiche Verluste auf dich, noch zahlreicher als du glaubst.

Du vertiefst deine Menschenkenntnis auf eine sehr intensive Art, die dich stellenweise verzweifeln lässt, weil du merkst, dass jeder in deinem Umfeld in einer Scheinwelt lebt. Sie sind selber Schein und aus dir machen sie einen weiteren Schein, eine Rolle, die sie wiederum bestätigt und die „vorzeigbar“ ist. „Sehen und gesehen werden“ sagt mein Vater immer.

Doch wenn ich „sehe“, dann will ich etwas Echtes sehen, ich möchte authentische Menschen sehen. Und wenn ich „gesehen werde“, dann will ich nicht eine Rolle darstellen, die den Leuten gut gefällt, da sie auf ihren Geschmack abgestimmt wurde, sondern ich will so gesehen werden, wie ich eben bin. Und so werde ich auch jetzt von den Leuten gesehen, da ich es gelernt habe, in mir selbst eine authentische Persönlichkeit aufzubauen. Doch diese eckt an, erntet keinen Applaus und ist sozial eher nicht tragbar. Warum? Weil ich mich nicht mehr verstelle und sage, was ich meine, handele wie ich möchte und durch die Welt gehe, wie ich es für richtig halte – es ist „mein Ding“.

Das ist es, was ich unter MGTOW verstehe.

„Männermagazine“, die in Wirklichkeit keine sind

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Dieser Artikel gilt nur als kurze Aufklärung, oder besser gesagt als „Fingerzeig“. Denn viele Männer oder gerade Jugendliche, kaufen sich, sogenannte „Männermagazine“. Ich spreche hier von Zeitschriften wie etwa GQ, Men´s Health usw. Pornomagazine oder Erotikmagazine wie Playboy lasse ich mal ganz außen vor, da hier die Beweggründe des Kaufes mehr als klar sind.

Nun gut. Diese Männermagazine bilden natürlich den Mann. Genauer: Sie suggerieren ihm, wie ein „moderner und echter Mann“ auszusehen hat und wie er sich so verhalten soll. Ach ja, erwähnenswert ist natürlich an dieser Stelle, dass oftmals Frauen diese Artikel in den entsprechenden Magazinen veröffentlichen. Dies sollte aufhorchen lassen.

Und dementsprechend sieht auch das Männerbild aus: Es wird über Luxusautos berichtet, über die „tragbaren Uhren“ in dieser Saison (wo der durchschnittliche Preis meist bei 8.000€ liegt) oder über die neueste Mode (die frisch vom Laufsteg präsentiert wird, und damit in den meisten Fällen einfach untragbar ist, und wenn mal ein Teil dabei wäre, dann wäre es z.B. ein Louis Vuitton Jacke für 16.999€). Die passenden „Sex Tips“ gibt es natürlich auch, so z.B. wie „sie sie die ganze Nacht verwöhnen können“.

Ok, jetzt mal im Ernst: Welcher Mann setzt das „Wissen“ aus diesen Magazinen um? Ich meine, selbst wenn er das wollte, könnte er es ja gar nicht aufgrund des niedrigen Einkommens. Oder kennst du viele Bekannte, die sich kurz mal eine Jacke für 16.999€ kaufen? Wohl eher nicht. Ich auch nicht – ich kenne keinen Einzigen, obwohl ich auch gewiss Männer mit Geld kenne – aber selbst diese Männer kaufen sich keine Jacken für diesen Preis. Mal einen Porsche – ja. Aber das war es dann auch schon.

Fakt ist, dass diese Magazine dem Mann nicht helfen, sich und seine Persönlichkeit zu entwickeln, sondern sie präsentieren ihm das Männerbild, welches die Frauen sich ersehnen:

Der gutaussehende, durchtrainierte Jungmillionär, der Rolex trägt, Anzüge aus Milano bestellt und der Frau das gibt, was sie „verdient“. Es geht nicht darum, seine Tugenden zu fördern oder gemeinsam zu entdecken, was Männlichkeit bedeutet (was man ja in einem „Männermagazin“ erwarten könnte). Nein, es geht darum, ihm klar zu machen, dass es auf materielle Dinge ankommt. Designerkleidung, teure Uhren, teurer Sekt, Luxusurlaub, Pflegecremes für 350€ usw. Wenn man diese Dinge besitzt, dann ist man, nach der Vorgabe dieser Magazine, ein „echter Mann“.

Es gibt diesen Spruch: „Kleider machen Leute“. Nun, das stimmt vielleicht sogar. Aber Kleider machen bestimmt keine Männer! Nein, so funktioniert es nicht. Eine Frau muss sich nur das „kurze Schwarze“ anziehen, um sofort Weiblichkeit auszustrahlen, die wirkt. Ein Mann kann zwar einen Anzug tragen, aber um Männlichkeit auszustrahlen bedarf es da noch um einiges mehr.

Aber das „einige mehr“ interessiert nicht. Weder den Mann, noch die Frau. Die Frau will ihren Mann gut gebaut und gut gekleidet. Warum eigentlich? Na weil sie ihn präsentieren will vor den anderen. Es geht nicht wirklich um den Mann, sondern nur darum, dass SIE ein hübsches „Accessoire“ dabei hat. Diese Einstellung herrscht auch, erschreckenderweise, im Bezug auf den eigenen Nachwuchs vor. Stichwort: Frauen wollen Babys, aber keine Teenager.

So sind, abschließend gesagt, diese Männermagazine nur ein weiteres Propagandatool um die Männer dahingehend zu lenken, dass sie, koste es was es wolle, den Frauen gefallen sollen und es auch letztendlich wollen. Ein eigener Stil ist ok, so lange er gerade in Paris angesagt ist – ansonsten nicht.

Also Männer und Jungspunde, unterstützt diese Käseblättchen nicht. Die „heißen Tussies“ findet man auch umsonst im Netz. Und die ganzen Ratschläge kannst du da eh in die Tonne treten. Dann investiere dein Geld lieber in ein gutes Buch. Oder hole dir die guten und förderlichen Infos direkt kostenlos aus dem Internet, wie hier.

Das Schöne am Internet ist: Man kann es wirklich konstruktiv nutzen. Surfen mit Verstand heißt die Devise. Dann werden solche Magazine sowieso unerheblich, da ein wirklich maskuliner und männlicher Standpunkt dort nicht erscheinen wird. Wie auch? Bei einer Redaktion aus Frauen und Metrosexuellen.

Was sind „Autonome Rationalisten“?

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Der Begriff „Autonome Rationalisten“ bezeichnet Menschen, die sich dazu bekennen, für ihre Individualität und für die bewusste Anwendung der Vernunft einzutreten.

Man muss, um ein autonomer Rationalist zu sein, keinem Club beitreten, kein Geld bezahlen, keinen Schwur ablegen und kein Dogma annehmen.

Doch eines, und nur eines, sollte man klar erkennen:

Das es die Pflicht des Individuums ist, seinen Verstand und seine Vernunft zu benutzen, um sein Leben bestmöglich zu leben – was nichts anderes bedeutet, dass das Leben praktisch gelebt sein möchte, zur eigenen Bestimmung hin, die man sich selbst setzt.

Nur dieses eine Prinzip scheidet den autonomen Rationalisten von anderen Menschen. Dieses Prinzip kann sich jeder Mensch zu eigen machen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Nationalität und Hautfarbe.

Ein autonomer Rationalist ist ein Philosoph für das Leben, was bedeutet, dass es ihn dazu drängt, seine philosophischen Einsichten im Leben selbst anzuwenden. Dies unterscheidet ihn von anderen Philosophen, etwa den „Idealisten“, die lieber spekulieren möchten, anstatt praktikable Lösungen zu bieten, bzw. entstehen zu lassen. Auch stellt er damit auf natürliche Weise die Antithese zu lebensfeindlichen/lebensfremden Philosophien dar. Dazu zählen vor allem religiöse Anschauungen, die das „Wohl“ und das „Glück“ in ein transzendentes Reich verschieben und somit der Welt den Rücken kehren, bzw. sie nicht als wichtig betrachten, sondern als etwas, welches „überwunden werden muss“ (nach buddhistischem Credo).

Ein autonomer Rationalist ist der überzeugten Ansicht, dass es sich lohnt, zu leben und dass sein Leben einen Sinn hat. Diesen Sinn muss er allerdings für sich selbst erarbeiten, vor allem durch eine „trial and error“ Methodik. (Was bedeutet „Versuch und Irrtum“?)

Ein „Sinn an sich“ ist nicht gegeben – dies ist die Aufgabe des Individuums. Weder gibt es einen „göttlichen Auftrag“, noch eine „humanistische Pflicht“ die zwingend zu erfüllen wäre.

Für einen autonomen Rationalisten ist vor allem sein eigenes Lebensglück Ziel und Zweck seines Lebensweges. Dies sollte jedoch niemals zu einem plumpen Hedonismus führen, da er irrational ist und (auf Dauer gesehen) auch gegen das Leben gerichtet ist, da er die notwendigen Ressourcen des Individuums (Körper und Geist) zu schnell verschleißen lässt. Es geht vielmehr um ein tugendhaftes Leben, welches den „Genuss“ nicht zwingend mit „Glück“ gleichsetzt. Über den persönlichen Grad des Genusskonsums/Genussverzichts entscheidet jedoch letztlich jeder selbst.

Ein autonomer Rationalist ist vor allem auch Individualist, der sich nicht in der Rolle sieht, der Menschheit zu dienen und ein fremdes Ideal (etwa „Altruismus“ oder „Nächstenliebe“) zu akzeptieren und erfüllen zu wollen/müssen. Er verfolgt strikt und direkt seinen eigenen Lebensentwurf und lässt sich da nicht hinein reden – außer mit überzeugenden Argumenten. Dies ist auch der Dreh und Angelpunkt seiner persönlichen Entwicklung, die nur soweit „korrekt“ ist, bis jemand das Gegenteil beweisen kann, mithilfe von überzeugenden Argumenten und Fakten. Diesen sollte er sich ohne großes Aufheben unterwerfen, da er ansonsten seine Vernunft aufgeben würde und aus einer Irrationalität (vor allem gefühlsmäßig) an seinem bisherigen Lebensweg festhält. Somit begreift sich der autonome Rationalist auch als „stets im Wandel“ befindlich, ohne dadurch zu einem „Fähnchen im Wind“ zu werden, und ohne dadurch auf feste Prinzipien verzichten zu müssen.

Ein solches Prinzip wäre etwa: „Vernunft über Gefühl“

Falls es zu einem Konflikt in der eigenen Lebensführung kommt, so läuft dies meist auf dieses Prinzip hinaus. Dieser Kampf, Vernunft gegen Gefühl, ist der Rahmen, zwischen dem sich das menschliche Leben bewegt. Genau hier liegt die Hauptarbeit und das Hauptbetätigungsfeld eines jeden autonomen Rationalisten. Der Grundsatz lautet dahingehend:

Ein Überwiegen von Gefühlsentscheidungen führt zu einem irrationalen Leben.

Ein Überwiegen von Vernunftentscheidungen führt zu einem rationalen Leben.

Da ein irrationales Leben dem eigenen Glück und der Erfüllung untergeordneter Lebensziele stets im Wege steht, muss dieses auf Dauer minimiert werden. Ein rationales Leben steht für die Erfüllung der Lebensziele, da die Problematiken, die auftreten könnten, schon im vor hinein ausgemerzt werden.

Ein Beispiel:

Ich möchte finanzielle Sicherheit und Lebensglück erreichen (Lebensziel)

Ein Freund von mir unterbreitet mir im Café seine Idee, dass er heute Abend in ein Spielcasino geht um dort „Geld zu machen“. Werde ich mitgehen?

Hier muss eine rationale Analyse erfolgen.

Geld machen“ hat ja etwas mit meinen angestrebten Finanzen zu tun – aber doch nicht wirklich, da es mir ja an finanzieller SICHERHEIT gelegen ist. Doch was findet man, etwa beim Roullettespiel vor? Unsicherheit. Auch ist mir bekannt, dass kein Spieler auf Dauer gewinnen kann. Selbst wenn ich gewinnen würde, wäre die Gefahr zu groß, dass ich noch einmal gehen würde, denn „Einmal ist keinmal“, und bei diesem Mal könnte dann alles wieder verloren gehen und eventuell noch mehr. Aus rationaler Sicht, im Hinblick auf meinen Lebensentwurf, lautet die Antwort also „Nein“. (entstehende Probleme wurden im vor hinein ausgemerzt)

Versäume ich es jedoch, meiner Frage eine rationale Analyse hinterherzuschicken, so werde ich irrational handeln. Ich werde mir einreden, dass es sicherlich „Spaß“ machen würde, mit meinem Kumpel zocken zu gehen. Auch wenn ich das Geld verlieren würde, was soll´s? Man lebt nur einmal. Und wenn ich gewinnen würde, könnte ich meiner Freundin etwas kaufen oder in Urlaub fahren. Oder ich könnte verdoppeln, bei einem erneuten Einsatz usw.usf.

Der autonome Rationalist (oder jemand, der einer werden möchte), ist sich der Sachlage bewusst, dass wir als Menschen, fast ausschließlich irrational handeln. Dies ist der Grund, warum nur sowenig Menschen ihr Leben als erfüllend betrachten. Denn ein irrational geführtes Leben ist eigentlich ein Anti-Leben. Man meint nur, dass es dem Leben förderlich sei, weil es sich stellenweise und episodenhaft „einfach gut“ anfühlt. Doch innerhalb eines weitblickenden Lebenskonzepts verwirkt ein irrational geführtes Leben eben dieses. Doch fällt dies den meisten Menschen auch gar nicht erst auf, da sie überhaupt kein weitblickendes Lebenskonzept besitzen. Auch dieses „Fehlen eines weitblickenden Lebenskonzepts“ ist irrational, da es somit zwingend zu einem „Leben im Jetzt“ führt, was zwar gerade wieder sehr modern ist, den Menschen aber auf ein tierisches Bewusstsein degradiert.

Ein autonomer Rationalist ist kein Fatalist, denn er weiß, dass er sich Ziele setzen – und sie auch erreichen kann. Doch natürlich gibt es für ihn dahingehend auch Grenzen. Diese Grenzen hat vor allem der Stoiker Epiktet gesetzt (Epiktet „Handbüchlein der Moral“):

Einige Dinge stehen in unserer Macht, andere hingegen nicht. In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist.“

Dies dient dem autonomen Rationalist als Grundlage, um nicht einem falschen Aktionismus zu verfallen – denn letztendlich geht es um Produktivität und Ökonomie. Denn es bringt uns recht wenig, wenn wir unseren Lebensentwurf dahingehend gestalten wollen, „anerkannt“ zu werden. Das haben einige der besten Künstler und Philosophen zu ihren Lebenszeiten nicht geschafft. Viel produktiver und ökonomischer wäre es, für sein eigenes Urteil zu arbeiten, etwa in dem ich ein Buch schreibe, mit dem ICH vollkommen zufrieden bin. Dieses Glück kann mir dann keiner vermiesen oder verwehren, etwa durch Kritik oder schlechte Verkaufszahlen.

Zu guter Letzt ist sich der autonome Rationalist darüber im Klaren, dass er durch sein Vorgehen, im „Clinch mit der Welt“ steht. Seine Meinungen und Überzeugungen werden nicht populär werden und man wird sich oft gegen ihn stellen, ihn lächerlich machen, ihn mit Schmutz bewerfen oder ihn einfach nur gering schätzen. Diesen Preis ist er bereit zu zahlen. Was er dafür nämlich auf der andere Seite erhält, ist jeden Hohn und jede Verleumdung wert:

Lebensglück durch Integrität