Ein MGTOW im Cafe

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Ich gehe in ein Cafe. Die Existentialisten wie Camus oder Sartre hatten ja im Cafe ihre größten Inspirationen erlebt. Vielleicht werde ich auch inspiriert?

Ich betrete den Raum. Ziemlich überfüllt. Ich quetsche mich in eine Ecke und warte auf die Bedienung. Ich warte. Man hat mich gesehen, ich habe „Hallo“ gesagt. Doch die Bedienung unterhält sich mit ihrer gleichaltrigen Kollegin (ca. 20 Jahre alt). Ich warte. Man könnte es fast Zufall nennen, doch nach ca. 10 Minuten kann ich meine Bestellung aufgeben. Ich bestelle einen Cafe – schwarz.

Ich bekomme ihn serviert und hingestellt – ohne ein Wort. Ich trinke den ersten Schluck. Der Cafe ist gut. Ich schaue mich um. Ich sehe viele Menschen um mich herum. Aber es ist erschreckenderweise ziemlich still. Mir fällt auf warum: Jeder ist in sein Smartphone vertieft. JEDER.

Ich mache es mir zur Aufgabe, einen Blickkontakt herzustellen. Ob Männlein oder Weiblein ist mir egal. Ich schaue herum. Doch keiner sonst tut dies. Nach 5 Minuten auf der Suche nach einem Blick gebe ich auf. Ich frage mich, warum diese ganzen Leute überhaupt noch vor die Tür gehen.

Ich bekomme einen Gesprächsfetzen mit: Eine Frau mittleren Alters fragt die Bedienung, ob sie eine Steckdose hätten – der Akku wäre leer. Sie lächelt und weist ihr den Weg zur Steckdose. Die Frau mittleren Alters bekommt ein überaus erleichtertes Gesicht. Noch mal gut gegangen. Wahrscheinlich kann die Frau jetzt noch eine Stunde sinnlos im Cafe sitzen.

Doch was ist mit mir? Sitze ich nicht auch völlig sinnlos hier herum? Ich glaube, ja. Mein Cafe ist leer. Ich bezahle und gehe nach Hause. Ich sage salopp „Tschüß“ und bekomme als Antwort von der Bedienung eine gnadenlose Stille.

Ich ging heute in ein Cafe. Ich wollte Menschen sehen. Doch ich sah keinen einzigen.

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Die „Meinungsfreiheit“, die gar keine ist

Ich muss denke ich mal nicht groß erwähnen, dass es in Deutschland keine Meinungsfreiheit gibt – das ist ein Mythos, der sich jedoch hartnäckig hält. Fernab von Staatsdiktatur möchte ich mich einfach mal dem Begriff zuwenden – was bedeutet er?

„Meinungsfreiheit“ ist ein sehr simpler Begriff: Er bedeutet, die freie Äußerung von persönlichen Meinungen, in jedwedem Kontext. Dies ist aber, aufgrund der juristischen Beschränkungen in jedem Land, schon einmal eine utopische Vorstellung. In den USA darf man zwar fast alles sagen – aber dennoch nicht alles. Ich darf z.B. keine Polizisten offen „beleidigen“, wenn ich ihnen gerne ins Gesicht sagen würde, was ich von ihnen halte. Und dann noch: Was tun mit den vielen „Nazis“?

In der Zeit ist nun ein Interview erschienen, dass diese Frage beantworten möchte. Ein Herr Daniel Kehlmann (Autor und Philosoph) gibt dort zum Besten, was er für Meinungsfreiheit hält – und dies ist natürlich ganz konform mit dem Mainstream. Hier ein paar Auszüge:

„Es gibt keine rechtliche Notwendigkeit, Nazis an die Uni einzuladen. Das würde man in Deutschland auch nicht machen. Ich sehe da kein echtes Problem in Bezug auf die Meinungsfreiheit“

Also „Meinungsfreiheit“ ist nach diesem Philosophen eben eine Einseitigkeit. Gerne kann ich mich an der Uni mit diversen politischen Themen auseinandersetzen, solange dabei keine „Nazis“ zu Wort kommen. Dies stelle ich sicher, indem ich sie weder einlade, noch eine Notwendigkeit darin sehe, verschiedene Perspektiven zu beleuchten. Somit steuere ich das Ergebnis der Runde schon im Vorhinein. In Deutschland sieht man diese Herangehensweise gut an den sogenannten „Talkshows“ und „Polittalks“. Man lädt die Gäste stets so, wie man die Meinung vorbilden möchte, damit sie am nächsten Tag mundgerecht in der Bild erscheinen kann.

„Ich mag mich ehrlich gesagt nicht mit der Frage beschäftigen, wie ich Menschen davon überzeugen kann, dass es doch nicht so schlimm ist, einen schwarzen Präsidenten zu haben. Das ist vielleicht eine arrogante Haltung, aber ich finde das einfach nur abscheulich“

Nein, eine „arrogante Haltung“ ist dies nicht – man nennt es ganz einfach „Ignoranz“. Die Sache ist doch die: Wenn man gut argumentiert, dann sind solche Grenzthemen ja leicht vom Tisch zu wischen. Aber diese „Drecksarbeit“ wollen die heutigen Philosophen ja nicht machen, denn „Rassismus ist ein Verbrechen“. Doch natürlich gibt es auch Standpunkte, die für eine rassistische Theorie sprechen könnten. Ohne solche Standpunkte gäbe es ja die ganze „Black Lives Matter“ Bewegung gar nicht. Aber solche Rassisten sind o.k., die dürfen auch gerne mal zu einem „white genocide“ aufrufen, ohne Probleme, mitten in der Uni:

 

„Ich persönlich will mit Rassisten nicht diskutieren müssen. Vielleicht gibt es einen Weg, sie zu überzeugen, aber ich kenne den nicht“

Das sind diese typischen irrationalen Sätze. Ich „will nicht“, darum „darf es nicht sein“. Und es ist eigentlich lachhaft, dies einem „Philosophen“ erklären zu müssen, aber es gibt tatsächlich eine Lösung für dieses Problem:

„Vielleicht gibt es einen Weg, sie zu überzeugen, aber ich kenne den nicht“

Herr Philosoph, der Weg ist ganz einfach: Argumente!

Aber bequemer ist es, einfach schon im Voraus die Mitmenschen zu diskriminieren, was man dann aber schleimscheißerisch als Toleranz vermarktet.

„Glauben Sie, AfD-Wähler lesen Ihre Romane?

Vermutlich nicht. Grundsätzlich ist die wütende Intoleranz, die dazu führt, dass man eine solche Partei wählt, auch damit verbunden, dass man wohl keine Lust hat, literarische Romane zu lesen“

Dies will dem Leser aufzeigen, dass ein AfD Wähler keine literarischen Romane liest, da er grundsätzlich einmal über eine „wütende Intoleranz“ verfügt. Die eigene Intoleranz, die man anderen einfach mal kollektiv attestiert, will man natürlich nicht sehen.

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Zeit Artikel: http://www.zeit.de/campus/2018/02/daniel-kehlmann-nazis-universitaeten-diskussionen-meinungsfreiheit

Irrationale Gurus – Dr. Stephen Wolinsky und Nisargadatta Maharaj

Hier spricht nun ein Doktor über etwas, was total offensichtlich ist – wir benutzen Wörter, um Dinge und Sachverhalte zu beschreiben. Logisch.

Aber für diese Art von Gurus ist das ein Problem, und das erklärt er hier: Wir würden dadurch „die Leere“ ausgrenzen. Verstanden? Also wir sollten keine Faschisten gegen die Leere sein. Das machen wir aber, indem wir Wörter verwenden. Und er erklärt uns, das Wörter wieder zu Wörtern führen und so weiter, bis ins Unendliche.

Aber dies ist nicht so. Wir können auf Definitionen zurückgreifen. Definitionen sind klar und grenzen ab. So führen Wörter nicht zu noch mehr Wörtern, sondern wir können diesen Prozess stoppen, indem wir einfach definieren, was wir sagen wollen.

Doch für solche irrationalen Gurus ist so etwas verwerflich, da es ja „lediglich Konzepte“ seien. Natürlich, ja, das ist auch jedem bewusst. Aber wo ist das Problem? Es gibt keins, aber diese Gurus machen daraus eins, denn die „bösen Wörter“ halten uns von der „Erleuchtung“ ab, die nur in „der Leere“ stattfinden kann.

Natürlich ignorieren diese „Erleuchteten“, dass auch sie Konzepte und Begriffe verwenden. Denn was ist „Leere“? Der Buddhismus sagt: „Leere ist Fülle“. Und man tut so, als ob dies der Gipfel der Weisheit wäre.

Ein paar weitere Zitate, von „seinem Meister“, Nisargadatt Maharaj:

„Bevor nicht in dir selber Ordnung herrscht, kann es keine Ordnung in der Welt geben. Das Unwissen ist die Krankheit, die einem unwissenden Verstand anhaftet. Heile deinen Verstand, und er wird aufhören, verzerrte, hässliche Bilder zu produzieren“

Also wenn in mir alles geordnet ist, dann herrscht auch Ordnung in der Welt. Leichter kann man so etwas nicht widerlegen. Aber solche Typen denken ja, dass die Welt lediglich ihre eigene Illusion sei.

„Der Haken ist in Ihrem Verstand, der darauf besteht, dort Dualität zu sehen, wo keine ist“

Solche Typen behaupten stets, dass es keine Dualität gibt, ergo auch kein böse und gut, moralisch richtig und falsch. Man sollte also aufhören, Dualitäten zu sehen, denn „die gibt es gar nicht“. Nach diesem Motto könnte man auch morgens aufstehen, und einfach auf eine andere Arbeit gehen oder Geld bei der Bank einzahlen, jedoch auf einen anderen Namen. Klingt verrückt? Ist es auch. Aber diese Typen beeinflussen tausende von Menschen.

„Du musst nicht zur Erleuchtung vorstoßen, denn du bist erleuchtet“

Na das hört man doch gerne! So macht man sich „spirituelle Freunde“. Da es aber leider keine Dualität gibt, gibt es auch keine Freunde – ergo auch keinen, der überhaupt erleuchtet sein kann!

„Erkenne dich selbst als den Ozean des Bewusstseins, in dem alles geschieht. Das ist gar nicht so schwierig. Ein wenig Aufmerksamkeit, eine genaue Beobachtung deiner selbst, und du wirst erkennen, dass kein Ereignis ausserhalb deines Bewusstseins existiert“

Also was du nicht wahr nimmst, existiert auch nicht – Vogel Strauß Taktik. Wenn deine Tochter heimlich geheiratet hat, dann hat sie überhaupt nicht geheiratet. Wenn in Syrien Kinder sterben, dann sind die gar nicht gestorben, wenn du davon nichts mitbekommen hast.

„Es ist das Befrieden von Wünschen, welches das Elend schafft. Von Wünschen frei sein, ist grösster Segen“

Das sind so esoterische Sprüche aus der Trickkiste, die einlullen und einfach blöd sind. Dieser „Segen“ wird einem also zuteil, wenn man „von Wünschen frei sei“. Doch dies ist wiederum ein Wunsch, eben der Wunsch, von Wünschen frei zu sein – also dürfte man ihn gar nicht haben, und kommt so nirgends an. Das ist auch das Ziel dieser Typen, rein in die „Auslöschung“, rein ins „Nirvana“.

„Jegliches Interesse am Wissen zu verlieren bedeutet Allwissenheit. Sie ist ein Geschenk, genau das zu wissen, was man im Moment wissen muss, um fehlerlos handeln zu können“

Da würden die Dümmsten unter uns Beifall klatschen. Zumal kein Mensch „Allwissenheit“ besitzen kann und dies weis auch jeder. Also muss man behaupten, dass man doch Alwissend sein kann. Wie das geht? Einfach das Interesse am Wissen zu verlieren…dann handelt man fehlerlos! Ich kann also Computerprogramme schreiben, ohne jeden Fehler, einfach indem ich mich gar nicht um das notwendige Wissen kümmern muss. Eine super Sache!

Hier beende ich mal diesen kurzen Exkurs. Beachten sollte man, dass es sich hier nicht um ein paar unbekannte Querköpfe handelt, sondern um gefeierte und hoch respektierte Gurus und Lehrer. Was soll man dazu sagen?

Der moderne Wikipedia Intellektuelle

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Wissen ist out – das weiß man schon lange, gerade wenn man Jugendliche fragt. „Warum Wissen?“ hört man es aus jeder Ecke. „Ich brauch doch nichts zu wissen, und wenn, dann kann ich direkt hier auf meinem Handy bei Wikipedia nachschauen, und dann weiß ich es!“

Doch ist das tatsächlich „Wissen“, im Sinne von „gewusst“?

Nein.

Jeder, der mal in einem Internetforum unterwegs war, kennt diese „Spezialisten“, die ständig einen auf Schlau machen, doch von denen man nur kopierte Beiträge von Wikipedia findet. Verwickelt man solche Leute dann mit Absicht in eine Diskussion, so kommt nichts mehr – denn es kann auch gar nichts mehr kommen, da sie ja bereits den „Schlussakkord“ gesetzt haben.

Wie kann man auch hingehen, und eine „offizielle Definition“ von Wikipedia in Frage stellen? Das ist heute das, was man früher „Ketzerei“ genannt hatte. „Wikipedia ist unfehlbar“ lautet das Motto der neuen Generation, die alle „Wissende“ genannt werden möchten.

Doch ich sage es noch einmal: Dies ist kein Wissen!

Wissen muss erarbeitet werden. Man weiß nichts von der dünnen Luft im Himalaya Gebierge, wenn man sie nicht selbst einmal geschnuppert hat. Doch kann man, jedem der es wissen möchte, natürlich genaue Prozentzahlen an die Hand geben, inwiefern der Sauerstoffgehalt nun von dem üblichen abweicht – mithilfe von Wikipedia.

Jemand, der ein Pick-Up Buch gelesen hat, und die ganzen Sprüche von Mystery auswendig kann, ist noch lange kein „Wissender“ – denn er kann das neuerworbene Wissen ja noch gar nicht anwenden, bzw. möchte es auch gar nicht – es reicht aus, wenn man es eben „weiß“.

Eine lange Zeit gab es den Begriff des „Schreibtischintellektuellen“, also einem Menschen, der zwar sehr belesen und gelehrt war, nur eben ein Stubenhocker war, dem es komplett an praktischer Umsetzung fehlte. Sein Wissen war stets nur angelesen. Jean-Paul Sartre ist/war so ein Typ.

Heute haben wir eine noch tiefere Stufe: Den Wikipedia Intellektuellen.

Denn dieser Typ macht sich noch nicht einmal die Arbeit, sich den Stoff durchzulesen und so, wenigstens teilweise, als Wissen zu speichern. Nein, dieser Typ macht sich überhaupt keine Arbeit mehr, denn die Arbeit wurde ja bereits getan, von Wikipedia – so glaubt er. Gepaart mit einer unglaublichen Arroganz und einem narzisstischen Selbstwahn wird er so zu einem „neuen Intellektuellen“ (der Albtraum von Ayn Rand). Er besitzt den Status: Unantastbar.

Denn er hat ja überhaupt keine Meinung, die man in Frage stellen könnte – alles was er macht, ist kopieren und ablesen und somit wird er, tatsächlich unantastbar, da ihm jede Aussage fehlt – er wurde komplett mechanisiert. Mit solch einem „Menschen“ zu diskutieren, gleicht einem Disput mit einem Computer – es macht absolut keinen Sinn, da dort keine „Seele“ zu finden ist. Der Wikipedia Intellektuelle ist eine reine Rezitiermaschine.

Man muss die Sachen nicht mehr selbst erfahren, noch erleben, noch gesehen haben.

Ich unterhielt mich einmal mit einem Kunststudenten, der genau so ein Typ war. Ich wollte ihn ein wenig herausfordern und fragte ihn:

„Wie findest du eigentlich die Kunstwerke von Adolf Hitler? Rein technisch gesehen“

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Entsetzt schaute er mich an und verfluchte mich mit seinem Blick. Doch ich wartete unbeeindruckt auf seine Antwort:

Hast du die Frage nicht verstanden? Wie findest du sie, mich interessiert deine fachmännische Meinung!“

Über solche Themen unterhalte ich mich nicht!“

Wie jetzt? Über KUNST unterhaltest du dich nicht?“

Dieser Tyrann hat niemals Kunst gemacht!“

Doch natürlich, er war sogar mal das Gleiche wie du – ein Kunststudent!“

Seine Bilder waren nicht mehr wie Kritzelei, daher ist er auch von Uni geflogen, er hat außerdem ja nicht viel gemacht, außer die paar gescheiterten und miserablen Versuche“

Wo hast du diese Informationen her?“

Von Wikipedia…und es kam auch einmal eine Doku auf N24, die hat das auch bewiesen!“

Ach so, na dann…aber warte mal, wieviele Bilder hast du denn auf Wikipedia oder auf N24 gesehen?“

Keine“

Und warum nicht?“

Na weil die es wahrscheinlich nicht wert waren, gezeigt zu werden, da es ja nur kindische Kritzeleien waren, ohne Talent und so. Du hast ja bestimmt auch noch keine gesehen…“

Ich habe genau 28 Bilder gesehen, das meiste waren Aquarelle oder technische Zeichnungen von Gebäuden, eine der Stärken dieses Künstlers“

So ein Schwachsinn, auf Wikipedia waren keine abgebildet und auf N24 hat man auch keine gesehen!“

Ende der Diskussion.

Was nicht auf Wikipedia steht, oder in einer Dokumentation gezeigt wurde, das gibt es einfach nicht! So macht man Gleichschaltung. Wer etwas anderes behauptet, oder sogar beweisen kann, der kann sie nicht mehr alle haben – muss wohl ein Verschwörungstheoretiker sein.

Darum habe ich mir strikt abgewöhnt, weiter mich solchen Menschen zu diskutieren, genauso, wie ich nicht mit „Chat Bots“ diskutiere. Das ist, leider heutzutage genau das Selbe.

Der Wikipedia Intellektuelle ist der dümmste Mensch, der auf unserer schönen Erde wandelt – und er merkt es noch nicht einmal.

Er ist in etwa so, wie ein 3 jähriges Mädchen, dass sich bei einem Gespräch mit einem Erwachsenen immer die Sätze von seiner Mama ins Ohr flüstern lässt und sie dann genauso, unhinterfragt, weiter gibt. Ayn Rand hat solche Menschen immer „Second Hander“ genannt, und genau das sind sie auch – nur eine Stufe schlimmer noch, da sie die „Second Hand Artikel“ selbst nie besessen haben.

Sie sind wie jemand, mit dem man auf dem Flohmarkt geht: Er/Sie greift sich an einem Stand einen Pulli, hebt ihn kurz in die Höhe und sagt dann: „Dies ist mein Pulli, schätze mich dafür!“, bevor Er/Sie ihn wieder hinlegt und unbeeindruckt weitergeht. Die Chance, den Pulli tatsächlich zu kaufen und zu erwerben, stand nie zur Debatte.

Was ist „wahrer Egoismus“? Zwischen Max Stirner und Ayn Rand

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Dies ist der Versuch eines kurzen und unvollständigen Überblicks und einer vergleichende Untersuchung zwischen der Philosophie von Max Stirner („Der Einzige und sein Eigentum“) und Ayn Rand („Atlas Shrugged“). Da dies den Umfang mehrerer hundert Seiten erforderlich machen würde, kann dieser Beitrag, wie gesagt, nur einen ganz groben Umriss darstellen. Außerdem setzt er beim Leser ein gewisses Vorwissen beider Autoren voraus und ist daher nicht als „Einführung“ gedacht. Ich verweise daher auf die genannten Werke beider Autoren.

In den Freidenkerkreisen und unter Philosophen wird der eine oft gegen den anderen ausgespielt. Entweder Ayn Rand oder Max Stirner. Dieses Entweder-Oder Denken halte ich für wenig zielführend, denn beide Denkrichtungen haben ihre Stärken und ihre Schwächen. Schauen wir uns zunächst einmal Max Stirner an:

Er beschreibt seinen Egoismus so, dass „alles Recht ist, was mir (als Individuum) Recht ist“. Die höchste moralische Instanz ist also weder ein Moralkodex, noch Ethik oder ein Gottesgebot, sondern alleine das, was Ich, als Einziger, für gut befinde. Dies versucht er zu rechtfertigen, indem er eine Analyse von „Ideen an sich“ durchführt. Er kommt zu dem (zweifelhaften) Ergebnis, dass alle Ideen „Spuk“ wären, und nur in den Köpfen von „Machtlosen“ rumschwirren, die es noch nicht verstanden haben, Macht zu gewinnen, und als „machtvolle Eigner“ zu handeln, d.h. Sich das zu nehmen, wofür sie sich selbst ermächtigen. Er verurteilt somit Ideen an sich und attestiert, dass sie das Individuum lähmen. Diese Idee war damals sehr neu und hat auch ihre Berechtigung. Daraus jedoch eine absolute Aussage abzuleiten halte ich für falsch, denn:

Auch wenn Max Stirner die meisten Ideen (Gott, Gesellschaft, Menschenrechte usw.) als reine „Sparren“ abhandelt und versteht, so hat er doch selbst, unausweichlich seine „eigenen Sparren“, nämlich die des „Einzigen“, des „Eigners“ und des „Vereins der Egoisten“.

Das sind so seine „Hauptsparren“. „Sparren“ deswegen, weil sie die Sicht vernebeln und abhängig machen. Was er bei anderen Ideen verurteilt, sieht er nicht bei seinen eigenen Ideen. Seine Philosophie führt sich also, kurz und prägnant gesagt, selbst ad absurdum, weil sie ihre eigenen Inhalte überhaupt nicht konsequent umsetzt – und dies auch gar nicht kann, denn: Der Mensch brauch Ideen und Konzepte, brauch Prämissen. Selbst wenn jemand, ganz mystisch sagt, dass er „frei von allen Konzepten und Egolos“ sei, so ist dies auch nur ein weiteres Konzept.

Ayn Rand hingegen akzeptiert Ideen und Konzepte und sieht sie sogar als unumgänglich an.

Wo Max Stirner nur „Geister“ sieht, sieht Ayn Rand „Grundsätze“.

Eine Philosophie bestimmt den Menschen, der sich nach ihr richtet. Für Max Stirner ist dies viel zu einengend und er verwirft alle Philosophien (außer seiner eigenen versteht sich). Dies hält er für „Macht“, mit „Ideen zu schalten und zu walten, wie ich es will“. Auf der einen Seite ist es tatsächlich „Macht“:

Ein bescheidener Geist vermag es nicht, Konzepte zu wechseln oder frei auszutauschen (wenn auch nur zu Analysezwecken). Er bekommt die Konzepte von der Gesellschaft geliefert und er übernimmt sie einfach – kein eigenes Denken erforderlich. Dies ist natürlich alles andere als Macht. Jemand der machtvoll, d.h. Selbst bestimmt lebt, der hat seinen Geist insofern geschult, dass er neue Inhalte aufnehmen und aktiv bearbeiten kann. Er kann sich anpassen, sich wandeln, wenn er es für notwendig und/oder vernünftig ansieht. Auf der anderen Seite ist der Machtbegriff im Stirnerschen Bezug irreführend, da es keine Macht darstellt, ständig und andauernd Ideen und Konzepte zu verwerfen. Eine Grundlage oder gültige Prämissen verwirft Max Stirner. Ohne diese werden wir aber in ein Gefühl der Ohnmacht gedrängt, ob uns dies bewusst ist, oder nicht.

Auch geht Max Stirner mit seinem Egoismus viel zu weit. Nahe am Solipsismus, entgeht er einfach jeder Verantwortlichkeit für andere Menschen oder seiner Umwelt. Er ist „der Einzige“ und Er hat das Recht, jeden Menschen zu vertilgen, wenn er nur die Macht dazu hat. Genau dieser Egoismus wird auch Ayn Rand oft „vorgeworfen“. Doch Ayn Rand formuliert deutliche Grenzen:

Wo ein Opfer verlangt wird, da hört der objektivistische Egoismus auf.

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Dies bedeutet etwa, dass Max Stirner, übertrieben gesagt, kein Problem damit hätte, eine Frau zu vergewaltigen, da er a) die Macht dazu hat (da er wahrscheinlich stärker ist) und b) er als „Eigner“ das Recht dazu hat und c) dass es ohne Moral, auch nicht verwerflich sein kann, denn „gut“ ist, was „mir nützt“.

Dies ist zwar ein krasses Beispiel, orientiert sich aber strikt an seinen Gedanken. Bei Ayn Rand wäre so etwas undenkbar, da es kein einvernehmlicher Sex ist, somit ein Opfer erbracht werden muss.

Doch kann man überhaupt etwa Gutes über die Philosophie von Max Stirner sagen? Ich meine ja, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Max Stirner ist/war ein radikaler Denker und dies macht ihn anziehend. Ich selbst habe sein Buch sehr genossen und habe mir auch sehr viel Sekundärliteratur besorgt und durchgelesen. Was ich positiv mitnehmen konnte, war seine Einstellung gegenüber Dogmen:

Jede Idee und jedes Konzept läuft Gefahr, auf Dauer gesehen, zu einem Dogma zu werden, dem man blind folgt.

So ist Ayn Rand und ihr Objektivismus schon sehr nahe an einem Dogma. Daher wird sie auch oft spöttisch als „Guru“ betitelt, da sie auch so etwas wie eine „Folgschaft“ besessen hatte. Doch ein intelligenter Mensch weiß damit umzugehen und hütet sich davor, ein „blinder Nachfolger“ zu werden. Dieses Dogma hat Max Stirner vor allem in dem humanistischen Begriff der „Menschheit“ und dem religiösen Begriff des „Gottes“ gesehen. In diesem Bezug sind seine Gedanken sehr klar und nachvollziehbar, etwa wenn er sagt, dass es „keine Menschheit gibt und noch nie gegeben hat“. Denn „Menschheit“ ist nur eine Abstraktion. Humanisten handeln aber unter dem „Zwang“ dieser Abstraktion, genauso wie religiöse Menschen unter dem „Zwang“ der Abstraktion Gottes handeln. Er verwirft also diese Abstraktionen und hält sich an das „Tatsächliche“: an sich Selbst, an die eigene Existenz.

So kehrte er auch damals das „Ich“ des Philosophen Fichte um, der es irgendwo auf einer metaphysischen Ebene verortete, zu einem körperlichen und „leibhaften Ich“. Dies war, nach Jahrzehnten äußerster Spekulationen des Idealismus rund um Fichte, Hegel und Schiller, eine willkommene Befreiung und ein philosophisches Gegengewicht zur „Übermacht der Philosophie“, vor allem zur Person von Hegel, der damals fast das gesamte philosophische Denken bestimmt hatte. Interessanterweise kam Max Stirner selbst von Hegel, war als Student sogar „Junghegelianer“. Seine spätere Philosophie war dann das krasse Gegenteil vom „hegelschen Geistesbegriff“. Für Max Stirner war dieser „reine Geist“ ein wirklicher Geist, ein Spukgespenst, ein Nichts. Kein „schöpferisches Nichts“, sondern überhaupt Nichts, eine reine Abstraktion ohne jede Realität. Diesen „Scharfsinn“ und diese „Angriffslust“ auf Ideen, macht Max Stirner für mich interessant und ich schätze ihn sehr dafür.

Ich hatte mal gelesen, von einem Rand Kritiker, dass Ayn Rand die Philosophie von Max Stirner gestohlen hätte und sie mit ihren „Spuks“ vermengt hätte. Tatsächlich würde ich dem auch zustimmen, wenn die Begriffsbestimmung des „Egoismus“ nicht so extrem auseinandergehen würde bei Beiden. Denn Ayn Rand setzt dem Egoismus Grenzen, was Max Stirner verurteilen würde, und Max Stirner übergeht alle Grenzen, was wiederum Ayn Rand kritisieren würde. Beide benutzen zwar die Begriffe „Egoismus“ und „Egoisten“, doch sie unterscheiden sich tatsächlich ganz extrem in ihrer jeweiligen Auslegung.

Wenn also jemand von mir wissen wollte, was ein „wahrer Egoist“ sei, dann würde ich auf Ayn Rand verweisen, ohne sagen zu wollen, dass dies „die Wahrheit“ sei.

Doch von den Stirnerschen Egoisten gibt es leider schon viel zu viele, auch wenn sie von Max Stirner noch nie was gehört haben. Unbewusst wird seine Philosophie (aber sicher nur in extrem oberflächlicher Ausprägung, da muss man fair bleiben) von vielen Menschen in ihrem Leben befolgt. Man gibt sich vielleicht nach Außen hin als Humanist, ist aber tatsächlich nur ein oberflächlicher „Egoist“ und Hedonist. Einem wirklichen „Einzigen“ bin ich noch nie begegnet.

 

Mein Selbstversuch

 

Ich selbst wagte mich mal an den Versuch heran, die Stirnerschen Maximen in meinem Leben umzusetzen – und scheiterte gnadenlos. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Leser, der das geschafft hat – ich wüsste nicht, wie das gehen sollte. Nur mal ein Beispiel, aus meinem Versuch:

Da es bei Max Stirner kein „Eigentum“ gibt, gehört das Objekt (etwa eine wertvolle Vase), demjenigen, der die Macht hat, sich diese Vase unter den Nagel zu reißen. Dies bedeutet dann folglich in der Praxis, da es ja auch keine Moral gibt, außer meine Moral, dass ich mir die Vase nehmen könnte, wenn ich es vermag. Hier ist also wieder der Begriff der „Macht“. Doch was bedeutet „vermögen“ denn in der knallharten Praxis und Realität? Ich kannte eine ältere Dame, die so eine wertvolle Vase besessen hatte und alleine wohnte. Ich hätte die körperliche Überlegenheit (Macht) besessen, um in die Wohnung einzubrechen und die Dame zu überwältigen und mir die Vase zu nehmen, als (neuer) Eigner dieser Vase. Doch könnte ich diese Handlung niemals tatsächlich ausführen, aufgrund meiner „moralischen Sparren“. Bin ich jetzt also „machtlos“? Nicht fähig, jemals ein „Eigner“ zu werden?

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Diese Spekulationen wurden mir dann irgendwann zu viel, weil sie auch nirgends hinführen. Die Umsetzung der Stirnerschen Philosophie scheitert ganz einfach an der Realität. Denn keiner kann sie wirklich im Ganzen konsequent umsetzen – wenn er ehrlich ist. Wenn mir z.B. jemand an einer roten Ampel das Auto klauen würde und mich herausschmeißen würde, weil er mehr Macht als ich hat, müsste ich ihn dann in den „Verein der Egoisten“ einladen, weil er mehr Macht hat als ich und ich ihn als Gleichgesinnten ansehe, da er ja, wie ich, auch ein „Einziger“ ist?

Man sieht, man kommt da urplötzlich in ganz absurde Überlegungen. Dies kommt daher, da das Denken von Max Stirner sich zwar rational präsentiert, aber im Grunde irrational ist. Denn es fußt auf keinen Fall auf Vernunft. Vernunft leugnet z.B. nicht die Selbstbestimmung von anderen Individuen und steht für ihre Rechte ein. Denn vernünftig ist eben die goldene Regel: „Was du nicht willst, was man dir tut, das tue auch keinem anderen zu“. Dies formuliert Ayn Rand in dem Grundsatz, dass „ich mich weder für andere opfere, noch diese sich für mich opfern sollen“.

Das ist für mich der Ausgangspunkt und der Kern eines „wahren Egoismus“, oder besser gesagt, eines „konstruktiven und rationalen Egoismus“. Dieser wird, in der Praxis angewandt, auch ganz andere Ergebnisse zeitigen, wie etwa der Egoismus von Max Stirner. Ayn Rand war eine erfolgreiche Autorin, überaus bekannt und angesehen und wohlhabend. Ihre Beziehungen waren zumeist beglückend und sie war zufrieden mit ihrem Leben und was sie daraus gemacht hat. Max Stirner hingegen starb vereinsamt in einer kargen Wohnung und wurde zeitlebens von Schuldnern verfolgt, denen er immer wieder entkommen ist. Einen „Verein der Egoisten“ konnte er wohl nie gründen…

Zum Abschluss noch eine sehr gelungene Interpretation von Max Stirner von Christoph Hackenberg:

Ayn Rand und die Wahrheit über den Rassismus (Vorwurf)

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Es hat eine lange Tradition, Ayn Rand und ihre Ideen zu bekämpfen und Lügen zu verbreiten. So wird es z.B. in diesem Artikel gemacht, der auf den „Nachdenkseiten“ publiziert wurde (Neoliberalismus und Rassismus – das Beispiel Ayn Rand )

Ich beziehe mich im folgenden darauf und decke diese Lügen auf. Diese Seite gibt sich sehr professionell, mit Professoren und Fördervereinen – jedoch ist sie, zumindest was diesen Artikel betrifft, einfach nur eine weitere Propagandamaschine.

Doch jetzt gibt es ein Gegengewicht, nämlich die Autonomen Rationalisten!

Also los geht’s mit den Zitaten:

 

Der schwedische Wirtschaftswissenschaftler Lars Syll hat schon vor einiger Zeit im RWER-Blog auf eine Rede aufmerksam gemacht, in der sich Ayn Rand 1974 vor Studenten der West-Point-Militärakademie unter anderem zur Situation und Geschichte der amerikanischen Indianer äußerte. Diese Rede zeigt, dass und wie Neoliberalismus und Ausgrenzung füreinander unmittelbar anschlussfähig sind. Einige Passagen in deutscher Übersetzung:

Mit guten Gründen glaube ich selbst den mitleidlosesten Hollywood-Darstellungen von Indianern und von dem, was sie dem weißen Mann angetan haben. Sie hatten kein Recht auf ein Land nur deshalb, weil sie hier geboren waren und sich wie Wilde verhielten. Der weiße Mann hat dieses Land nicht erobert…
Da die Indianer keinen Begriff von Eigentum oder Eigentumsrechten hatten (sie hatten keine sesshaften Gesellschaften, sondern vorwiegend nomadische Stammes-„Kulturen“), hatten sie auch kein Recht auf das Land; und es hab keinen Grund für irgendjemanden, ihnen Rechte zu geben, die sie nicht erdacht hatten und die sie nicht gebrauchten…
Wofür kämpften sie denn gegen den weißen Mann auf diesem Kontinent? Für ihren Wunsch, mit einer primitiven Existenz fortzufahren, für ihr „Recht“, Teil der unberührten Erde zu bleiben – jedermann fernzuhalten, sodass sie wie Tiere oder Höhlenmenschen leben konnten. Jeder Europäer, der ein Element der Zivilisation mit sich brachte, hatte das Recht, diesen Kontinent einzunehmen; und es ist großartig, dass es manche von ihnen taten. Die rassistischen Indianer von heute – jene, die Amerika verdammen – respektieren keine individuellen Rechte.

 

Dies ist der Aufhänger des ganzen Artikels und der „eindeutige Beweis“ dafür, dass Ayn Rand eine Rassistin war, wie es in letzter Zeit immer öfter behauptet wird. Genau so wie man immer wieder verlauten lässt, dass Ayn Rand die Vordenkerin für die Politik Trump´s sei, was genau so absurd wie der Rassismusvorwurf ist.

Also, worum geht es bei dieser Aussage? Die Aussage bezieht sich auf Indianer, die sich Rechte einräumen möchten, aufgrund ihrer Rasse. So etwas verurteilt Ayn Rand genau in dieser Aussage, was sie natürlich für die „Nachdenker“ in diesem Artikel zur Rassistin macht. Logisch, oder? Nicht wirklich.

Ayn Rand geht es stets nur um individuelle Rechte. Diese zählten in diesen primitiven Stämmen nicht. Dort gibt/gab es keine individuellen Rechte, sondern es war meist ein diktatorischer Kollektivismus. Natürlich gab es unschöne Szenen damals, Abschlachtungen und Ausrottungen. Keine schöne Sache. Die gab es jedoch auf beiden Seiten. Indianer entführten oft weiße Kinder um sie als Indianerkinder großzuziehen, da ihnen oft die „Stammeskraft“ fehlte, rein personell gesehen. Und weil, wie Ayn Rand ausführt, sie keinen Begriff von „Eigentum“ hatten. Daher können sie auch kein Land für sich proklamieren. Sie verzichten darauf – rein philosophisch – weil sie es versäumen, Besitzansprüche zu stellen, die begründbar sind.

 

Denn der Kapitalismus produziert soziale Ungleichheiten, die zu seiner Selbsterhaltung Rechtfertigung brauchen. Dies gilt umso mehr für den neoliberalen Kapitalismus, der von sozialstaatlicher Sicherung und Umverteilung nichts wissen möchte“

 

Das ist die typische antikapitalistische Floskel. Eine Frage: Haben wir soziale Ungleichheiten? Mit Sicherheit. In welchen Systemen entstanden diese Ungleichheiten? Die Antwort liegt auf der Hand – in Systemen, die gerade das fördern, wogegen sich der Kapitalismus verwehrt – sozialstaatliche Sicherung und Umverteilung. Umverteilung ist Diebstahl. Eine Umverteilung sieht man gerade ganz aktuell in Deutschland, wo das Geld der Arbeiter für Flüchtlinge „umverteilt“ wird – ganz sozial eben!

 

Nicht der Markt und nicht neoliberale Politik, sondern die „kulturelle Andersartigkeit“ oder schlicht die „Faulheit“ bestimmter ethnischer Gruppen gelten dann als Ursache für Armut, Verelendung und Ausgrenzung. Gesellschaft und Wirtschaft werden so von ihrer Verantwortung entlastet; Kritik an Kapitalismus und Neoliberalismus finden nicht mehr statt. Darin unterscheiden sich AfD und Pegida nicht von Thilo Sarrazin und auch nicht von manchen Politiker(inne)n der politischen „Mitte“.

Auch Ayn Rand denkt und argumentiert in eine ähnliche Richtung“

 

Nein, weder denkt, noch argumentiert sie in eine ähnliche Richtung.

Ayn Rand verachtet kollektivistische Anschauungen, darunter fällt auch: Ethnien und Rassen als Ganzes zu betrachten, ohne die individuelle Fähigkeit festzustellen. Kritik am Kapitalismus muss nicht stattfinden, da es, erstaunlicherweise Befürworter dafür gibt. AfD und Pegida, die politische Mitte und Thilo Sarrazin haben so überhaupt nichts mit Objektivismus am Hut. Man nennt sie nur gerne in einem Zuge, was unzulässig ist.

 

Mit obigem Zitat weist sie die Verantwortung für Unterdrückung und Ausgerottet-Werden den Indianern selbst zu. Darüber hinaus spricht sie ihnen jedes Recht ab, Rechte zu haben – schlicht mit dem kulturalistischen und rassistischen Argument, kulturell rückständig (gewesen?) zu sein“

 

Auch diese Aussagen sind vollkommen falsch. Ayn Rand spricht niemandem das Recht ab. Das tun die Indianer selbst! Recht muss in Anspruch genommen werden, sonst wird man entrechtet. Doch Indianer wurden noch nicht einmal entrechtet, da sie keinen Begriff „Recht“ hatten, somit ihr Recht auch nicht verteidigen konnten. Jeder Mensch besitzt Rechte. Doch nicht „von selbst“, sondern er muss sie sich zuschreiben, ganz individuell, als Person. Aufgrund ihres Stammeskollektivismus verzichteten die Indianer auf diese Möglichkeit.

 

Doch ist Smith vom platten Rassismus einer Ayn Rand weit entfernt“

 

Abschließend wird wieder verdeutlicht, dass Ayn Rand einen platten Rassismus vertritt. Hier könnte man seitenweise gegen argumentieren. Doch verweise ich, der Einfachheit halber, auf ihr Buch „Die Tugend des Egoismus“. Dort gibt es ein Kapitel, dass sich ausschließlich dem Rassismus widmet (Kapitel 17). Und natürlich wird er dort nicht befürwortet, sondern als Rückständig angesehen, genauso wie es bei den Indianern der Fall ist, da sie Rechte von Rasse/Gemeinschaft/Ethnie ableiten wollen. Dies ist aber unzulässig, da Rechte nicht vererbt werden können, genauso wie Talente, Charaktereigenschaften usw. Dies ist wissenschaftlich klar erwiesen und hebelt dadurch rassistische Anschauungen aus, die sich genau darauf berufen.

Ayn Rand war also niemals und zu keinem Zeitpunkt eine Rassistin. Auch wenn sich solche kleinen Ausschnitte wie oben vielleicht auf den ersten Blick krass anhören, so haben sie doch eine innere Logik, die man sofort versteht, wenn man sich mit Ayn Rand auskennt und weiß, wie sie dachte, vor allem, wie sie etwas definierte. Ganz wichtig. „Recht“ bei Ayn Rand ist nicht „das Recht“, welches wir im Kopf haben. Autoren, wie der Schreiberling dieses verlinkten Artikels, beziehen sich auf Gesellschaften, Ayn Rand jedoch auf Individuen, daher greift sie auch Gesellschaften an. Alles, was in kollektivistische Verhältnisse führt, ist für Ayn Rand Gift und wird radikal abgelehnt. Dazu zählen Sozialismus, Demokratie, Kommunismus, Diktaturen, Stammeskollektive und eben auch Rassismus. In Deutschland gibt es ja auch „das Recht“ auf freie Meinungsäußerung. De facto existiert dieses Recht aber nicht. Rechte gelten nur in Bezug auf das Individuum und dort uneingeschränkt. In einem Unrechtsstaat wie Deutschland wird dies jedoch einfach übergangen.

Im Zweifelsfall einfach mal Literatur von Ayn Rand in die Hand nehmen und nicht einfach irgendwelche Textpassagen aus dem Kontext reißen und sie manipulativ darzustellen. Nach dem Artikel auf den „Nachdenkseiten“ wird man noch gebeten, Geld zu spenden für diesen tollen Journalismus. Scheiße verzapfen und sich dafür auch noch bezahlen lassen – kennt man irgendwo her, nicht wahr?

 

Warum ich so „herzlos“ bin

Ich hoffe, dass sich einige Leser in diesem Artikel wiederfinden werden. Es geht um die Einschätzung von anderen Menschen gegenüber Menschen, die es verstehen, rational zu denken und sich strikt daran halten. Die meisten Menschen versäumen es teilweise bis gänzlich, auf ihren Verstand zurückzugreifen. Dies sind die Menschen, mit denen wir es alle in unserem Leben zu tun haben – man kann ihnen nicht ausweichen, sie sind omnipräsent.

Doch was bedeutet „herzlos“?

Ich habe dieses Prädikat schon oft erhalten. Ehrlich gesagt, mehr als oft. Bin ich wirklich ein Mann, der keinerlei Herz besitzt? Dem kann ich nicht zustimmen.

Doch warum wirke ich auf andere Menschen „herzlos“? Ganz einfach: Weil ich mich strikt weigere, irrationale Konzepte anzuerkennen.

Das Selbstbild der meisten Menschen weicht meilenweit von dem wirklichen Zustand ab. Sie leben in ihren eigenen Illusionen. Würden sie Rationalität anwenden, so würden sie es Stück für Stück aufdecken können und sich selbst besser kennenlernen. Doch sie versäumen es. Ich gebe ihnen Nachhilfeunterricht.

Und man soll mich nicht falsch verstehen: Ich zwänge mich weder auf, noch bin ich auf einer Mission. Ich bin nur „herzlos“, wenn man versucht, mir seine eigenen Illusionen zu verkaufen. Ein Beispiel aus dem Leben:

Frau X versucht mir die Vorteile der vegetarischen Ernährung bis aufs Detail zu erklären. Sie fordert mich auf, an die Tiere und an die Umwelt zu denken. „Wenn jeder vegetarisch Leben würde, dann gäbe es kein Leid mehr, also sind wir alle, jeder einzelne dazu aufgerufen, auf Fleisch zu verzichten“. Dies sagt sie mir beim Essen, während sie ein Schnitzel mit Pommes verspeist.

Wir haben es hier also mit einem äußerst irrationalen Fall zu tun. Ich weise Frau X darauf hin, dass sie sich ihr ganzes Gespräch sparen kann, wenn sie es selbst nicht umsetzt. Die Stimmung erreicht ihren Nullpunkt. „Heute ist es eine Ausnahme, sonst lebe ich vegetarisch!“ Ich sage ihr, dass sie nur dann „vegetarisch lebt“, wenn sie auch eben vegetarisch lebt. So simpel, dass es schon zu blöd ist, dies auszuführen. Am Ende des Gespräches war ich einfach nur „ignorant und herzlos“.

Fakt ist, dass es die Gesellschaft versteht, sich gegenseitig in ihren Illusionen zu bestärken. Sie ist schon so weit dem Irrationalen ausgeliefert, dass schon ein Zwang besteht, die Illusionen der Mitmenschen zu bestätigen und nicht in Frage zu stellen. Dies nennt man auch „social skills“. Ein anderes Wort für: „Lüge und komme gut an!“.

Ich bestreite nicht, dass man dadurch wirklich gut ankommt und mit seinen Mitmenschen besser auskommt. Doch zu welchem Preis? Es erfordert ein Opfer: Ich opfere meinen Verstand, meine Vernunft, meine Rationalität, meine Logik und meine Integrität. Zu diesem Opfer bin ich nicht bereit und ich verteidige diese Werte, da ich sie als richtig anerkenne, komme was wolle.

Auch solche Autoren wie Dale Carnegie, welcher mehrere „Bestseller“ geschrieben hat, befindet die Lüge für gut und bestärkt die Menschen darin, andere zu belügen und ihre Selbsttäuschungen zu unterstützen. Jeder Versicherungsverkäufer, jeder Bänker, jeder Vertreter macht dies – es bringt ihnen Vorteile. Diese Vorteile sind aber nur monetär. Und auch kein wirklicher Vorteil, da man sich hier für das Geld prostituiert – man versäumt es ganz einfach, sich zu einem integeren und ehrlichen Menschen zu entwickeln. Hier solch ein irrationales Zitat:

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Die Autonomen Rationalisten sind kein Pack von Lügnern und Schleimern. Sie wollen ehrlich durch das Leben gehen, sich auf Werte berufen und sie entwickeln. Nichts läuft dem mehr entgegen, als „ein Herz zu haben“.

Denn übersetzt heißt dies nur: „Unabhängig davon, wie irrational und falsch dein Handeln, deine Rede und dein Denken ist, bestärke ich dich darin, denn ich zeige Mitgefühl und habe Herz. Gut ist, was dir gefällt, und richtig ist, was du für richtig hältst!“

Dies ist die Nivellierung aller Werte, der „Tod Gottes“, wie es Nietzsche genannt hatte. Und ja, wir leben in einer Welt, in der „Gott tot ist“. Was eigentlich nur bedeutet, dass wir nicht mehr anerkennen möchten, dass es übergeordnete Prinzipien gibt. Rationales Denken ist solch ein übergeordnetes Prinzip, da es uns Orientierung liefert und uns vor Schaden bewahren kann. Erkennen wir dieses Prinzip nicht an, so sind wir automatisch dem Lust und Laune Prinzip ausgeliefert. Es gibt keinen Mittelweg.

Entweder werden wir ausgeliefert oder wir stellen uns ganz einfach der Realität, mit all ihren unangenehmen Konsequenzen. Auch wenn dies bedeuten sollte, dass wir „herzlos“ seien. Wir sind es nicht, und das wissen wir auch. Dies kann man nur verstehen, wenn man selbst auch rational denkt und handelt. Meine Liebe bezieht sich auf Werte. Ich liebe nicht jeden. Ich kann nicht jeden lieben, denn wenn ich dies täte, hätte das Wort keinerlei Bedeutung mehr. Wenn jemand einen Verbrecher genau so liebt, wie sein eigenes Kind, dann ist dies sein Problem, ungeachtet der Frage, wie so etwas überhaupt möglich sein kann.

 

Abschließend noch ein kurzer MGTOW Punkt:

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Wenn wir eine Beziehung mit einer Frau eingehen, so besteht in den meisten Fällen (98%) die Tatsache, dass wir es genau mit solch einem Typ Mensch zu tun haben, der gerade beschrieben wurde!!!

Frauen wollen „bedingungslos geliebt werden“. Dies bedeutet im Klartext: „Egal was ich mache und tue, du hast mich dafür zu schätzen und zu lieben!“. Dies ist so etwas wie ein Standardprogramm der Frauen. Denn sie denken, fälschlicherweise, dass sie einen Wert besitzen, einfach nur, weil sie existieren, gut aussehen oder sonst etwas. Nein. Werte werden erschaffen und dies gelingt nur, wenn man sich an rationale Prinzipien hält.

Z.b. wenn ich mir in meiner Partnerschaft Vertrauen wünsche: Ich kann mir dies nur wünschen (rational betrachtet), wenn ich ebenso bereit bin, diese Vertrauensbasis zu schützen und alles dafür mögliche zu tun, um diese Basis zu stärken und weiter auszubauen. Davon gehen auch die meisten „Blue Piller“ aus. ( Was ist die „blaue Pille“? ). Doch diese rationale Betrachtung macht keine Frau. Sie fordert, möchte aber nicht geben. Sie verletzt das Vertrauen (indem sie fremdgeht) und erwartet dann noch, dass man sie dennoch akzeptiert, da dies zeigen würde, „wie sehr man sie lieben würde“. Dies ist einfach inakzeptabel und Mann tut gut daran, wenn man sich aus solchem Irrsinn freiwillig herauszieht. Unterlässt man es, so sollte man mit den Konsequenzen rechnen. Jeder Mann wird sie, früher oder später, zu spüren bekommen.